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Frankfurter Kunstverein Der Instinkt ist stärker als das Wissen

Der Frankfurter Kunstverein beschäftigt sich mit der Konstruktion von Wirklichkeit in virtuellen Welten.

Der Besucherin schwindelt beim Virtual Reality Game ?Plank Experience? von Toast.

Was genau Realität bedeutet und wie viel sie mit unserer individuellen Wahrnehmung zu tun hat, beschäftigt auch Alicja Kwade, die dafür bekannt ist, Dinge in unterschiedliche Aggregatzustände zu versetzen. Die für den FKV neu produzierte Installation „Gegebenenfalls die Wirklichkeit“ zeigt verschiedene Erscheinungsformen eines Steins. Zu sehen sind eine Granitskulptur und Zahlenkolonnen auf weißen Din-A4-Blättern, die die Wände des Ausstellungsraums bedecken und sich überdies in Blöcken stapeln: insgesamt 30 000 Seiten, eng bedruckt. Es handelt sich um die mathematischen Koordinaten eines Steins, der mit einem 3D-Scan-Verfahren vermessen wurde. Alle Zahlen zusammen bilden den Code, der nötig ist, um den Stein zu reproduzieren. Die Granitskulptur zeigt diesen (unfertigen) Prozess: Die fertigen Partien wirken so perfekt natürlich, dass man sie niemals anzweifeln würde. Die unfertigen Seiten zeigen den „Stein“ als Konstrukt. Aber ist dieses Objekt deshalb weniger Realität als das Original? Sind die Ausdrucke tatsächlich weniger Stein als der Stein?

Zum Schluss noch einmal der Versuch mit dem Brett. Es kann doch nicht sein, dass man es nicht hinkriegt, ein Brett auf dem Boden zu betreten. Doch sobald die Brille auf dem Kopf sitzt, ist sie wieder da: die Panik. Ausgelöst allein durch eine Illusion.

Frankfurter Kunstverein : bis 7. Januar. www.fkv.de

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