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„Submarine“ Vielleicht eine Spur zu schlau

Im Berlinale-Forum: Oliver Tate, ein herrlich altkluger Teenager, versucht die Ehe seiner Eltern zu retten und kämpft die Zuneigung Jordanas.

17.02.2011 15:00
Katja Lüthge
Richard Ayoade, Regisseur von Submarine. Foto: dapd

Männliche Nerds lassen sich grob in zwei Klassen einteilen: Die einen leiden unter ihrem Außenseitertum und greifen im schlechten Fall irgendwann zur Waffe. Die anderen kultivieren in masochistischer Weise ihr Nicht-verstanden-Werden und Nichtverständnis für den Rest der Welt.

Oliver Tate ist einer dieser emotional ein wenig unterkomplex wirkenden Teenager, die herrlich altklug sich und ihre Umgebung analysieren. Der Eindruck von Unberührtheit trügt indes, auf seine Art versucht er nicht nur die gefährdete Ehe seiner Eltern zu kontrollieren, sondern auch die Zuneigung von Jordana zu gewinnen. Die kettenrauchende Klassenkameradin verfügt mit ihrem Mireille-Mathieu-Haarschnitt, roten Mantel, der Psoriasis und einem Hang zum Kokeln über kaum weniger Alleinstellungsmerkmale als Oliver. Die Kommentierungen des jungen Helden halten den Zuschauer über dessen Gedanken zu der dramatischen Komödie auf dem Laufenden.

„Submarine“, das Spielfilmdebüt des 31-jährigen Comedians und Musikvideo-Regisseurs Richard Ayoade, ist an der nicht unbedingt malerisch gefilmten walisischen Küste angesiedelt und in seiner skurrilen Anmutung deutlich britisch. Dennoch lässt sich die atmosphärische Nähe zu Wes Andersons „Rushmore“ nicht leugnen. Wie der US-Filmemacher pflegt Ayoade einen zeitlos nostalgischen Stil und einen Blick für kleinste Ausstattungsdetails. Wie Anderson hat er Gespür für die richtige Besetzung. Craig Roberts und Yasmin Paige als Oliver und Jordana sind authentische Sonderlinge, Sally Hawkins als Olivers zauberhaft verklemmte Mutter und Noah Taylor als dessen kauziger, depressiver Meeresbiologenvater sind in ihrer Zerbrechlichkeit anrührend. Vielleicht wirkt „Submarine“, wie sein Protagonist, ein wenig zu schlau. Seinem Charme schadet das nicht.

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