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"Stirb langsam 5 - Ein guter Tag zum Sterben" Zu den Waffen, Männer!

Der fünfte „Stirb langsam“-Film langweilt mit der Vorführung von Kriegsgerät. Vom früheren ironischen Helden John McLaine, der die unglaubwürdigsten Schlachten mehr oder weniger in Handarbeit schlug, ist nichts übrig geblieben.

14.02.2013 16:52
Katja Lüthge
John McLane (Bruce Willis) feuert sich in "Stirb langsam 5 - Ein guter Tag zum Sterben" durch Moskau. Foto: dpa

Ob die Action in einem zukünftigen sechsten Teil von „Stirb langsam“ (Die Hard) noch gesteigert werden könne, wird Bruce Willis auf der Pressekonferenz in Berlin anlässlich des Filmstarts von „Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben“ gefragt. „Sie meinen, wir sollten das ,acting‘ vollkommen aus der ,Action‘ herausnehmen?“ kontert Willis – und verweist damit, ob nun beabsichtigt oder nicht, auf das zentrale Problem seines fünften Einsatzes als New Yorker Police Detective John McClane.

Zunächst einmal wird dieser Mann seiner natürlichen Umgebung beraubt. Als er nämlich erfährt, dass sein Sohn in Moskau in kriminelle Machenschaften verwickelt ist und nun vor Gericht steht, reist der Vater als Tourist in die russische Hauptstadt. Wie sich herausstellen wird, ist sein Sohn Jack aber tatsächlich CIA-Agent und gerade dabei, eine jahrelang geplante Operation durchzuführen. Man will an hoch brisante Informationen über waffentaugliches Plutonium aus dem ehemaligen Atomkraftwerk Tschernobyl gelangen.

Ein Loblied auf den Angriffshelikopter

Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn ist nicht das beste. Der eher anarchisch operierende Vater, der selten Zeit für seine Kinder hatte, auf der einen und der streng nach den Regeln vorgehende, vernachlässigte Sohn auf der anderen Seite sorgen für eine gewisse Grundspannung. Entsprechend ungehalten reagiert Jack auf seine „Rettung“. Mit dem undurchsichtigen Informanten Komarov (kaum wiederzuerkennen der deutsche Schauspieler Sebastian Koch) im Schlepptau müssen Vater und Sohn, verfolgt von einer privaten Armee ihres Gegenspielers, dennoch gemeinsam die Flucht antreten.

Dabei irritiert, dass der australische Schauspieler Jai Courtney als Sohn Jack jene schwere, grobe Körperlichkeit aufweist, die man eigentlich bei russischen Schlägern und ähnlichen Bösewichtern vermuten würde. Aber das ist nicht der einzige Fehlgriff.

Dieser „Die Hard“-Film sei anders als alle bisherigen, behauptet stolz sein Regisseur John Moore (u. a. „Max Payne“) und hat damit unbedingt recht. Die Zerstörung sämtlicher Sets war in keinem der Vorgänger-Filme so hochtechnisiert in Szene gesetzt wie hier. Nicht umsonst widmet sich das Presseheft ausführlich dem Angriffshelikopter Mi:24, „dem verlässlichsten Hubschrauber der Sowjet-Luftwaffe“, und dem Mi:26 „Halo“, „dem größten Hubschrauber der Welt“, dazu noch einem MRAP-Fahrzeug (Mine Resistant Ambush Protected) und so weiter. Dass eine große deutsche Automarke als Sponsor dabei war, wird durch penetrantes Zeigen des Logos mehr als abgegolten.

Öde Materialschlacht mit US-Beigeschmack

Schade. Dabei haben wir die „Die Hard“-Filme, deren erster vor 25?Jahren in die Kinos kam, dereinst wirklich als mädchenkompatible Action-Filme geliebt. Statt dumpfer Vernichtung mit Hilfe eines langweiligen Hightech-Waffenarsenals und gefühlter eine Million Explosionen gab es früher noch einen ironischen Helden, der die unglaubwürdigsten Schlachten mehr oder weniger in Handarbeit schlug. Es war ein augenzwinkernder Bruce Willis, der einiges von seinem robust-romantischen „Moonlighting“-Charme in die Rolle des John McClanes hineingelegt hatte. Aus und vorbei!

„Stirb langsam 5“ ist zu einer öden Materialschlacht verkommen, die überdies einen nicht immer angenehmen Beigeschmack amerikanischer Überlegenheit hat. Die zahlreichen Referenzen an die Vorgänger-Filme darin lassen den Verlust umso schmerzlicher erscheinen.

„Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben (A Good Day to Die Hard)“ USA 2013. Regie: John Moore, Drehbuch: Skip Woods, Kamera: Jonathan Sela, Darsteller: Bruce Willis, Jai Courtney, Sebastian Koch, Rasha Bukvic, Yulia Snigir u. a.; 97 Minuten. Farbe. FSK ab 16.

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