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Shashi Kapoor Bollywoods romantischer Held

Trotz der seltenen öffentlichen Auftritte von Shashi Kapoor seit 1987 erinnert sich jedes indische Kind an Einzelheiten seiner Rollen in insgesamt 116 Hindi-Filmen. Ein Nachruf auf den beliebten Schauspieler.

Shashi Kapoor
Werke wie „Silsala“, der 1981 ein Kinomagnet war, festigten Kapoors Ruf. Foto: STR (AFP)

Shashi Kapoor (79), einer der großen indischen Filmschauspieler, ist tot. Der Darsteller, der den romantischen Helden gab, dem in den 70ern und 80ern in Bollywood-Filmen reihenweise die weiblichen Hauptfiguren verfielen und an dessen Lippen in indischen Kinos Millionen von Fans hingen, war am Ende seines Lebens alkoholkrank. Freunde und Bekannte des Schauspielers, der zusammen mit dem Superstar Amitabh Bachchan die Filmindustrie von Bollywood zur Weltmarke machte, berichteten, er habe nie den Tod seiner Frau Jennifer Kendal überwunden, einer Britin, die 1984 an Krebs starb.

Trotz seiner seltenen öffentlichen Auftritte seit 1987 erinnert sich jedes indische Kind an Einzelheiten seiner Rollen in insgesamt 116 Hindi-Filmen. Werke wie „Silsala“, der 1981 ein Kinomagnet war, festigten seinen Ruf. Dabei wird Kapoor in diesem Film schon nach knapp einer Stunde getötet. An der Seite Amitabh Bachchans spielte er im preisgekrönten „Deewaar“ (1975).

Kapoor, der aus einer indischen Theater- und Schauspieldynastie stammte, gehörte zu den ersten indischen Darstellern, die sich nicht mit einer Starrolle in ihrem Heimatland zufrieden gaben. Er versuchte, auch in den USA Fuß zu fassen. Dem internationalen Publikum wurde er in der Hauptrolle der US-Verfilmung von Hermann Hesses „Siddhartha“ (1972) bekannt.

Kinder schaffen es nicht in die Fußstapfen des Vaters

Erst vor einem Monat wurde eine restaurierte Version des 1965 gedrehten, schwarz-weißen Klassikers „Shakespeare Wallah“ aufgeführt. Kapoor spielt darin den Chef einer britischen Theatergruppe, die nach der Unabhängigkeit Indiens durch die Weiten des Subkontinents zieht und Stücke von Shakespeare aufführt. Doch alle Bemühungen, den Niedergang der Theatertruppe zu stoppen, sind fruchtlos. Gegen die übermächtige Konkurrenz von Bollywood, der in Bombay – dem heutigen Mumbai – beheimateten indischen Version von Hollywood, ist kein Kraut gewachsen.

Die Geschichte beruht auf der „Shakespeareana Company“ des Briten Geoffrey Kendal, dem späteren Schwiegervater von Shashi Kapoor. Im wahren Leben fand Shashi Kapoor, dessen Vater ebenfalls eine wandernde Theatertruppe leitete, den Umgang mit dem Briten eher schwierig. Geoffrey Kendal sträubte sich offenbar gegen die Heirat seiner ältesten Tochter Jennifer mit dem Filmstar. Am Ende durfte der Schauspieler Jennifer Kendal jedoch wie in einem Bollywood-Film heiraten.

Sie soll auf den Lebenswandel ihres Gatten geachtet und dafür gesorgt haben, dass Kapoor im Gegensatz zu anderen indischen Stars mit zunehmendem Alter die Attraktivität eines Filmidols behielt. Die beiden hatten drei Kinder, die es trotz entsprechender Versuche allerdings nicht schafften, als Schauspieler in die Fußstapfen des Vaters zu treten.

Am Montagabend teilte ein Krankenhaus in Mumbai die Nachricht vom Tod Kapoors mit. Er starb nach langem Leber- und Nierenleiden.

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