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„Jurassic World: Das gefallene Königreich“ Aussterben ist auch keine Lösung

Ein Vierteljahrhundert nach dem Originalfilm ist „Jurassic World: Das gefallene Königreich“ nicht gerade das beste Jubiläumsgeschenk.

Kinostart - "Jurassic World 2 - Das gefallene Königreich"
Menschen erschrecken und gelegentlich auch verschlingen ist Sache der Echsen. Foto: Universal Pictures Germany/dpa

Auf das erste Fossil im neuesten „Jurassic Park“-Film müssen wir nicht lange warten: Es ist Jeff Goldblum. 25 Jahre nach Steven Spielbergs Originalfilm ist er noch einmal in die Rolle des Dr. Malcolm geschlüpft. Müde wirkt er, dieser einst so quirlig-zerstreute Wissenschaftler, der sich so gut mit der Chaos-Theorie auskannte, weil sie offensichtlich zu ihm passte. Nun hält er einen mahnenden Vortrag vor Kongressabgeordneten. Eine schwere ethische Frage steht auf der Agenda, von der die Menschheit auch nicht dachte, sie einmal persönlich entscheiden zu müssen: Sollen die Saurier abermals aussterben?

Nach vier vorangegangenen Spielberg-Produktionen, bei denen die friedlichen Grasfresser der Was-ist-was-Bücher unserer Kindheit deutlich in der Minderheit waren, würde wohl mancher für „Ja!“ plädieren. Doch die Gesetze des sogenannten Franchise-Kinos, bei dem ein Blockbuster den nächsten klont, sehen das natürlich ganz anders. 

Dabei wäre die Gelegenheit günstig, die Biester ein für allemal loszuwerden. Und man müsste sich noch nicht einmal die Hände schmutzig machen. Auf der pazifischen Insel Isla Nublar nahe Costa Rica, wo sie seit Aufgabe des Freizeitparks Jurassic World in Freiheit leben, steht ein Vulkan kurz vor dem Ausbruch, bereit, sie ganz einfach zu verschlingen. Doch zumindest für einige Exemplare ist Rettung in Sicht – und das Verschlingen wieder Sache der Echsen. 
Auch auf das erste menschliche Opfer muss man nicht lange warten, es ereignet sich höchst spektakulär, kaum zehn Minuten nach Filmbeginn. Windige Geschäftemacher haben den Abtransport des Großwilds organisiert, um es an noch windigere Kunden zu versteigern. Der letzte der Tierfänger hat es auf der Flucht vor einem besonders hungrigen Exemplar gerade noch auf die Strickleiter am Hubschrauber geschafft – da schießt ein Meeressaurier aus dem Wasser und holt sich diesen Leckerbissen. 

Wer den letzten Teil gesehen hat, erinnert sich an die Spezies. Dort durfte sie beziehungsträchtig einen früheren Spielberg-Helden verspeisen – einen weißen Hai. Auch wenn es für das deutsche Wort Schadenfreude angeblich keine englische Übersetzung gibt, bestimmt sie doch ganz entscheidend die Dramaturgie. Fiese Typen werden reihenweise verputzt, einmal balgen sich sogar zwei Echsen um einen Schurken – mit dem Ergebnis, dass sich eine der beiden mit einem Bein bescheiden muss. 

Dennoch gibt es Menschen, die es gut mit den Dinos meinen. Die ehemalige Park-Managerin Claire (Bryce Dallas Howard) hat einen Ex-Kollegen, den Saurier-Trainer Owen (Chris Pratt), für ihre „Dinosaur Protection Group“ gewonnen. Der möchte gerne seinen Schützling Blue retten, das letzte überlebende Raptorenweibchen, das er aufgezogen hat. Die bedingungsloseste Saurier-Beschützerin aber ist die Enkelin des greisen Milliardärs Lockwood, der den ganzen Unfug einmal angezettelt und finanziert hat. 

Dino als Kriegswaffe

Zwei Stunden lang geht es also darum, die Riesenechsen nicht den bösen Geschäftemachern in die Hände fallen zu lassen, die sogar schon einen Dino zur Kriegswaffe abgerichtet haben. Und dabei nicht selbst aus Versehen verspeist zu werden.

„Jurassic World: Das gefallene Königreich“ ist nicht unbedingt der Film, den man sich zum 25. „Jurassic Park“-Jubiläum gewünscht hätte. Welcher Coup war Steven Spielberg damals gelungen. Ohne Pause hatte er nach den Dreharbeiten gleich „Schindlers Liste“ in Polen gedreht, und die Postproduktion des Dinofilms über Satellit überwacht. Als die beiden Filme dann kurz nacheinander ins Kino kamen, hatte Spielberg einen Film für die Oscars und einen für die Bank: Mit 913 Millionen Dollar spielte „Jurassic Park“ mehr ein als jeder Film zuvor, und der damals aufsehenerregende Einsatz von CGI-Effekten wurde schlagartig zum Standard im Blockbuster-Kino.

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