Lade Inhalte...

„Jumanji“ Im Innern jung

Jake Kasdan hat den Fantasyfilm „Jumanji“ in seinem Remake lustig auf den Kopf gestellt. Dwayne „The Rock“ Johnson spielt eine der Hauptrollen.

Kinostart - "Jumanji: Willkommen im Dschungel"
Sie benehmen sich wie Teenager. Foto: dpa

Als Joe Johnston 1995 seinen Fantasy- und Actionfilm „Jumanji“ drehte, fanden Gesellschaftsspiele noch vorrangig auf bedruckten Brettern statt. Abgesehen davon, dass die Vorstellungskraft natürlich schon immer und in jedem Medium Berge zu versetzen wusste. In diesem Remake ist es eine frühe Spielkonsole, die vier Teenager auf magische Weise in die alles andere als virtuelle Gamewelt katapultiert. „Willkommen im Dschungel“, der deutsche Untertitel, erinnert wohl nicht von ungefähr an eine bekannte RTL-Show über verschiedenste Formen der Grenzüberschreitung.

Solche bietet hier nicht nur der exotische Spielort: Wenn sich die Jugendlichen in den Körpern ihrer erwachsenen Spielfiguren wiederfinden, werden die Geschlechter- und Rollenbilder ihres Alltags gründlich auf den Kopf gestellt: Aus der eitlen Schulhofzicke wird im Spiel ein dicklicher Professor (Jack Black), die unsportliche Leseratte findet sich als Lara-Croft-Imitat wieder (Karen Gillan). Ihr heimlicher Schwarm im wirklichen Leben, der Klassen-Nerd, muss sie auch in einem Dwayne-Johnson-Körper von sich überzeugen. Und aus der Sportskanone unter den Jungs der Schule wird ein nachdenklicher Zoologe (Kevin Hart).

Das ist eine reizvolle Idee, und man darf gar nicht daran denken, was ein Meister des Teenagerfilms wie John Hughes daraus gezaubert hätte. Doch im Jahr 2017 ist ein solcher Film vor allem ein Special-Effects-Spektakel, allerdings ein gut gemachtes. Konsequent versuchen die gestandenen Darsteller sich wie jene Teenager zu benehmen, die in ihren Körpern sitzen sollen (Dwayne Johnson mag das aus seinen Raser-Filmen der „Fast and Furious“-Reihe gewohnt sein). Das wiederum reduziert das intellektuelle Spektrum der Helden notgedrungen, ohne dass etwas wirklich Erfrischend-Jugendliches dabei herauskommt. Der Effekt verpufft, weil letztlich fast alle Action-Blockbuster mit erwachsenen Hauptdarstellern in ihrem Herzen Teenager-Filme sind.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen