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Filmstart "Meine erfundene Frau" Welke Kaktusblüte

Präpubertäres Geplänkel: Adam Sandler hat sich in „Meine erfundene Frau“ das Drehbuch des von Gene Sacks verfilmten Broadway-Klassiker "Die Kaktusblüte" auf seine Bedürfnisse zuschneiden lassen. An diesen Film sind Jennifer Anitson und Nicole Kidmann verschwendet.

Manchmal muss es eben ohne Charakterdarsteller gehen. Foto: Sony Pictures/dpa

In seiner neuesten Komödie spielt Adam Sandler einen Schönheitschirurgen, der als Aufreißer mindestens so erfolgreich ist wie in seiner eigentlichen Profession. Dabei ist die Masche des Junggesellen nicht eben originell: Er trägt einen Ehering und gaukelt den jungen Schönheiten vor, er opfere sich den Kindern zuliebe in einer unglücklichen bis höllischen Ehe auf. Die naiven Damen gehen gerührt mit ihm ins Bett und nicken andächtig, wenn er sie am nächsten Morgen sitzen lässt.

Dann trifft der Doktor seine Traumfrau, vergisst für einen Moment das Lügen und muss erleben, wie sich das Schicksal freundlich lächelnd an ihm rächt. Als die Blondine nach einer romantischen Liebesnacht seinen Ehering entdeckt, will sie nichts mehr von ihm wissen. Danny braucht auf die Schnelle eine Ehefrau, von der er sich zum Schein scheiden lassen kann, und fragt seine treue Sprechstundenhilfe Katherine. Die mimt im sündhaft teuren Designerfummel eine sehr passable reiche Schlampe, hängt Danny allerdings versehentlich zwei schulpflichtige Kinder an. Natürlich will seine Angebetete die beiden kennenlernen und läutet so die nächste Runde der fröhlichen Charade ein.

Lustlos inszeniert

Wem die Handlung von „Meine erfundene Frau“ vertraut vorkommt, hat vermutlich Gene Sacks’ Verfilmung des Broadway-Klassikers „Die Kaktusblüte“ gesehen. Sandler ließ sich I.A.L. Diamonds Drehbuch auf seine Bedürfnisse zuschneiden, was in diesem Fall bedeutet, dass der leicht angestaubte Charme des Originals mit allerlei Wortspielereien, deftiger Situationskomik und präpubertärem Geplänkel aufpoliert wurde. Sicher nicht zufällig wirkt der Film immer dann besonders kindisch, wenn es um die sexuelle Potenz des Helden geht. So fällt Nick Swardson die undankbare Rolle des vertrottelten Nebenbuhlers zu. Als intellektuelles Gegengewicht haben die Autoren der Handlung Selbstreflexivität verordnet. Sandlers elfjährige „Tochter“ träumt davon, Hannah Montana zu beerben, und lässt sich von ihrem „Papa“ mit der Aussicht auf die erste große Rolle ihres Lebens zum Mitmachen animieren.

Seltsam mutlos wirkt die Besetzung: In der „Kaktusblüte“ brillierte die junge Goldie Hawn als gutherziges Blumenmädchen, Sandler bietet an ihrer Stelle mit Brooklyn Decker ein Model für Bademoden auf, das offenkundig nicht wegen ihrer darstellerischen Vorzüge engagiert wurde. Im Vergleich dazu wirken Sandler und Jennifer Aniston geradezu wie Charakterdarsteller.

Ganz arg trifft es Nicole Kidman. Sie spielt Katherines zickige College-Nemesis und wird von Regisseur Dennis Dugan so lustlos inszeniert, als hätte er sie lieber im zu Anfang des Films eröffneten Monstrositätenkabinett misslungener Schönheitsoperationen vorgeführt.

Meine erfundene Frau, Regie: Dennis Dugan, USA 2011, 116 Minuten.

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