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Filmpremiere McConaughey ist "Der Womanizer"

In Mark Waters' "Der Womanizer" gibt Matthew McConaughey einen Ebenezer Scrooge als ungewöhnlich verführerischen Gefühlsknauser. Von Michael Kohler

Matthew McConaughey als Connor Mead und Jennifer Garner als Jenny inder Komoedie "Der Womanizer - Die Nacht der Ex-Freundinnen". Foto: ddp

Über das Leben eines berühmten Fotografen gibt sich in dieser Komödie niemand Illusionen hin: Gemütlich schlendert Connor Mead gegen Mittag durch sein Atelier, nimmt mit beiläufigem Blick die Vorarbeiten seines Heers an Assistenten ab und drückt bei Wohlgefallen die Auslöser der in Reihe bereitgehaltenen Kameras. Lediglich dem Titelbild eines aufgehenden Sterns widmet sich der Schürzenjäger etwas länger und dehnt die Zusammenarbeit auch gerne über seine teuer bezahlte Dienstzeit aus. Überhaupt scheint Mead der wandelnde Beweis dafür zu sein, dass Frauen gerne schlecht behandelt werden und die romantische Liebe eine Erfindung bedauernswerter Tröpfe ist.

Natürlich bleibt dergleichen in einer Hollywood-Komödie nicht lange ungesühnt. Und doch muss man Mark Waters' "Der Womanizer" zu Gute halten, dass sein Ebenezer Scrooge ein ungewöhnlich verführerischer Gefühlsknauser ist. In die Hochzeitsvorbereitungen seines Bruders platzt er mit der Frage, seit wann Gelegenheitssex ein Verbrechen sei, und wird noch am selben Abend zur Strafe von vier Geistern heimgesucht. Der erste warnt ihn vor der Leere eines lieblosen Lebens, die folgenden führen ihn am moralischen Gängelband durch Stationen seiner Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Dabei stellt sich nicht unbedingt überraschend heraus, dass der Titelheld niemals über seine unglückliche erste Liebe hinweggekommen ist .

Charles Dickens' Weihnachtsgeschichte wurde schon so oft verfilmt, dass ein weiteres Mal auch keinen großen Schaden mehr anrichten kann. Wobei sich in dieser routinierten Matthew McConaughey-Komödie einige schöne Gags und dazu ein glänzender Besetzungseinfall finden. Als erster Besucher aus dem Jenseits zieht Michael Douglas alle Register eines in die Jahre gekommenen Lebemanns und erscheint dabei so vergnügt, dass er die Geister der Sentimentalität mit leichter Hand vertreibt.

Der Womanizer - Die Nacht der Ex-Freundinnen, Regie: Mark S. Waters, USA 2009, 100 Minuten.

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