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Filmmuseum „Keine deutsche Stadt ist da besser“

Ellen M. Harrington ist neue Direktorin beim Deutschen Filmmuseum. Mit der FR spricht sie über die Oscar-Ausstellung, Öffentlichkeit für den Film und erklärt, warum Frankfurt „genau die richtige Größe“ hat.

Ellen M. Harrington
Ellen M. Harrington: „Ich gehe eigentlich nie aus dem Kino.“ Foto: Peter Jülich

Frau Harrington, Sie sind kaum zwei Wochen in Frankfurt, haben Sie schon Pläne geschmiedet, was Sie jetzt mit dem Deutsche Filmmuseum und Filminstitut anstellen wollen?
Gerade verbringe ich viel Zeit damit, alle Abteilungen kennenzulernen. Viele Mitarbeiter kenne ich ja schon aus gemeinsamen Projekten wie der Oscar-Ausstellung. Ich sehe, was man modernisieren kann, andere Dinge sind bereits außerordentlich und brauchen höchstens etwas mehr Aufmerksamkeit und Öffentlichkeit. Natürlich werde ich neue Ausstellungen und besonders auch Wanderausstellungen entwickeln. Ich überlege mir Austauschmöglichkeiten mit anderen Instituten. Das Kinoprogramm finde ich ganz außergewöhnlich, wie es ist. Kein Vergleich zu den wenigen Vorführungen, die wir in Los Angeles an der Academy hatten. Die Museumspädagogik ist außerordentlich und wird noch wichtiger werden.Die Programme, die hier entwickelt werden, bekommen jährlich 100.000 Schüler zu sehen. Ich glaube, wir können daraus ein Vorbild für alle Film Institute weltweit entwickeln. Die digitalen Projekte wie die Webseite Filmportal.de sind enorm wichtig und ausbaufähig, das Team wurde gerade erst vergrößert. Es gibt tolle Sammlungen, und ich bemühe mich, die archivarischen Bedingungen und auch die Zugänglichkeit zu verbessern.

Man muss es immer wieder sagen: Die Frankfurter Stanley-Kubrick-Ausstellung ist vermutlich die bisher erfolgreichste deutsche Museumsausstellung überhaupt. Seit dem Jahr 2004 tourt sie jetzt schon durch die Welt. 
Daran knüpfen wir jetzt an. Von März bis September zeigen wir die Ausstellung „2001 – Odyssee im Weltraum“. Es gibt dazu ein Konzert in der Alten Oper. Die Frankfurter mögen es vielleicht nicht wissen, aber der Einfluss der Kubrick-Ausstellung ist weltweit enorm. Wie auch des Filmmuseums selbst: Es gibt nicht viele Institute dieser Qualität auf der Welt. Es wurde wirklich vorausschauend geplant mit Blick auf die spätere Bedeutung des bewegten Bildes.

Haben Sie noch die alte Museumsarchitektur erlebt? Viele Frankfurter bedauern ihren Abriss durch die frühere Direktorin Claudia Dillmann.
Leider nicht, Sie meinen die ursprüngliche Konzeption, die mit dem verstorbenen Filmkünstler und Sammler Werner Nekes entwickelt wurde? Ich war erst 2011 das erste Mal hier. Obwohl eine von mir kuratierte Ausstellung, Oscars in Animation, schon 2000 zu sehen war. Aber da hatte ich gerade ein Baby bekommen.

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