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Filmfestspiele in Venedig Wenn Populisten Kino lieben

Errol Morris porträtiert Steve Bannon, Brady Corbet gelingt mit Natalie Portman der erstaunliche Musikfilm „Vox Lux“.

Natalie Portman
Stimmwunder: Natalie Portman in dem Film "Vox Lux". Foto: Lol Crawley

Auch Brady Corbets „Vox Lux“ beginnt mit einem Amoklauf. Eine 14-Jährige überlebt schwerverletzt ein Schulmassaker, schreibt darüber ein Lied, das die Nation bewegt – und wird zum Superstar. Natalie Portman spielt die Figur als Erwachsene, Nachwuchsstar Raffey Cassidy erspielt sich große Chancen für den Darstellerpreis in der Doppelrolle des Teenagers und seiner späteren Tochter.

Kaum bemerkt vom Premierenpublikum, lief der Film als bislang einziger Wettbewerbsbeitrag in 35mm, und dem Purismus des klassischen Filmmaterials entspricht Corbets klassisch-moderne Filmsprache. Ähnlich dem früheren Werk von Gus van Sant geht sein visuelles Kino unter die Haut. Auch wenn der Plot einerseits das alte Klischee geraubter Unschuld aus so vielen Starbiografien bedient, fesselt doch der reiche Subtext mit klugen Beobachtungen über die Art, wie die Popkultur genau dieses Klischee selbst bedient – hier scheint besonders die Karriere von Britney Spears ein Vorbild.

Man muss schon genau hinsehen, um das Besondere daran zu entdecken – gerade bei einem Festival, das mit dem Lady-Gaga-Vehikel „A Star is Born“ von Bradley Cooper schon das ungebrochene Klischee gefeiert hat. Der Goldene Löwe ist ein Monster, ein Monster der Kunst, und hoffentlich bekämpft er seine Feinde.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Filmfestspiele Venedig

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