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"Fack Ju Göhte" mit Elyas M’Barek Eine Schülerklamotte wie in besten Zeiten

Im neuen Kinofilm "Fack Ju Göhte“ von Bora Dagtekin ist Frauenschwarm Elyas M’Barek in allen Posen zu sehen. Der Film leidet darunter nicht: "Fack Ju Göhte“ entpuppt sich als befreiend-anarchisches Unterhaltungskino. Empfehlenswert!

Frauenschwarm Elyas M’Barek (li.) und Schauspielkollegen bei der Vorstellung von "Fack Ju Göhte" Foto: imago stock&people

Im neuen Kinofilm "Fack Ju Göhte“ von Bora Dagtekin ist Frauenschwarm Elyas M’Barek in allen Posen zu sehen. Der Film leidet darunter nicht: "Fack Ju Göhte“ entpuppt sich als befreiend-anarchisches Unterhaltungskino. Empfehlenswert!

Der Erfolg eines Films entscheidet sich manchmal vor dem offiziellen Kinostart. Wie inzwischen üblich, hatten sich Regisseur und Star von „Fack Ju Göhte“, Bora Dagtekin und Elyas M’Barek, auf eine „Kinotour“ begeben. Fünf Städte schafften sie dabei am Tag, und immer trafen sie auf rappelvolle Säle.

In Köln, wo sie am späten Mittwochabend zum Abschluss im noch von Bernd Eichinger erbauten Filmpalast, dem Cinedom gastierten, bedeutete das: Eine Handvoll Erwachsene und knapp siebenhundert Teenager, zu neunzig Prozent Mädchen. Einen „sehr lustigen Film“ hat Torsten Koch, Geschäftsführer der Constantin-Film, zur Einstimmung versprochen, während der Mann, auf den hier alle warten, Elyas M’Barek, leider noch in „Düsseldoof“ gastiert. Tiefes Seufzen. Dafür gibt es schon einmal seine angebliche Zimmernummer im Maritim.

Lustig wird dann auch wirklich, wenn sich der vom „Türkisch für Anfänger“-Helden in gewohntem Proll-Charme verkörperte Ex-Knacki einen Job als Aushilfslehrer in einem Gymnasium erschwindelt. Doch das Publikum lacht zunächst überraschend wenig. Es ist mit anderem beschäftigt, aber diesmal nicht mit seinen Handys. Mit Schmachten.

Es gibt ihn in allen Posen

Es gibt Elyas in allen Posen, in bester Ausleuchtung und prächtig tätowiert, die erste, nicht sehr zwingend motivierte Six-Pack-Enthüllung lässt nicht lange auf sich warten. Was für ein Star. Das nächste Mal dann sicher in 3D. Fast muss man befürchten, er spiele den ganzen Film an die Wand, doch das wäre schade. Und Dagtekin hat ihn so gut besetzt, dass es auch nicht passiert.

Katja Riemann wendet als Schulleiterin ihr Leinwandimage als „Zicke mit Herz“ selbstironisch ins Positive. Auch Jana Pallaske wünscht man mehr Leinwandzeit als trotz aller Reize vom Helden verschmähter Stripperin. Nur die liebliche Karoline Herfurth ist etwas zu hübsch als Mauerblümchen-Referendarin.

Die zweite Hommage gilt – wer weiß, warum? – Kunstfilmlegende Chantal Akerman. Nach ihr wurde die heimliche zweite Star-Rolle benannt, eine grell geschminkte Teenie-Blondine, gespielt von Neuentdeckung Jella Haase. Auch in einer Serie von Trailer-Kurzfilmen hat sie Gelegenheit zu beweisen, dass Proll-Charme keine Männerdomäne ist. Da erklärt sie zum Beispiel Klassiker der Schullektüre wie Dürrenmatts „Die Physiker“ – „obwohl doch niemand Physik ausstehen kann“.

Die Beteiligten haben Spaß

Die schönste Überraschung aber ist Uschi Glas, deren Auftritt als Veteranin im Lehrerkollegium man nur als Verbeugung vor dem lustigsten deutschen Film der Nachkriegsgeschichte verstehen kann, May Spils’ „Zur Sache, Schätzchen“. Als obsolet gewordenes Kindermädchen spielt sie die Rolle, die Elsa Lanchester in „Mary Poppins“ innehatte. Während Elyas M’Barek bei diesem Vergleich natürlich der Part der Wundernanny zukommt. Nur dass er die bittere Schulmedizin nicht mit einem Löffelchen voll Zucker, sondern etwas handfesteren Methoden versüßt.

Einmal attackiert er die Schwererziehbaren gar mit seinem Paintball-Gewehr – was sie zwar nicht klüger macht, aber zahm wie Lämmer. Man kann fast sagen, Deutschlands mächtigster Filmkonzern sei zu seiner Vorgeschichte zurückgekehrt – als der Vorspanntitel „Constantin-Film bringt“ noch Klamotten wie „Die Lümmel von der ersten Bank“ eröffnete.

Wie „Türkisch für Anfänger“ ist „Fack Ju Göhte“ lustvolles, unprätentiöses, befreiend-anarchisches Unterhaltungskino, das überschäumt vom Spaß der Beteiligten.

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