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Berlinale Franz Rogowski - ein wenig speziell

Es regnet gerade Filme mit dem Schauspieler Franz Rogowski. Ein guter Grund, genauer hinzusehen.

Franz Rogowski
Rogowski bei der Eröffnung. Foto: afp

Er war noch auf ein paar weiteren Tanz- und Schauspielschulen in Salzburg, Stuttgart und Berlin. Straßenmusik hat er mal gemacht und in einer Bar in Friedrichshain gearbeitet. Und dann sagt er: „Es gab verschiedene Versuche, das Leben zu formen, und am Ende hat das Leben mich geformt.“ Dabei blickt er mich mit seinen hellbraunen Augen ganz fest an, so wie er es auch in seinen Filmen manchmal macht, und man weiß nicht, ist das jetzt Ernst, ist es Ironie. Der nächste Satz: „Das ist alles auswendig gelernt“, wirkt, als habe er ihn aus Mitleid mit meiner Verblüffung nachgeschoben. Als ich sage, er habe geklungen wie der Superheld, den er in „Lux – Krieger des Lichts“ darstellt, der Essen an Obdachlose verteilt und nachts auf dem Dach über das Leben nachdenkt, freut er sich.

Ob ich finde, das sei ein philosophischer Film. Ja. Und vielleicht ist es diese Rolle, die Franz Rogowski am nächsten kommt. Denn es fallen noch mehr solcher Sätze. Beim Dreh mit Christian Petzold hätten sie in Marseille zusammen Boule gespielt, nebenan habe es einen Streit unter Männern gegeben. Er sei dazwischengegangen und habe eine Kopfnuss kassiert. Und plötzlich ist von fehlendem Gemeinsinn die Rede. „Wir sind alle so damit beschäftigt, unser Leben zu entwerfen.“ Er nicht? Doch. Aber: „Wenn wir etwas zusammen machen würden, könnten wir alles verändern.“ Was denn zum Beispiel? „Das Schulsystem. Es gibt einen Haufen Kinder, die links liegen gelassen werden.“ Franz Rogowski war wahrscheinlich mal eines von ihnen.

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