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Islam und Antisemitismus Der Islam ist nicht pauschal antisemitisch

Antisemitismus unter Muslimen - eine differenzierte Betrachtung tut Not: Eine Replik auf Abdel-Hakim Ourghi von Gastautor Michael Kiefer.

Koran
Studium des Koran. Foto: rtr

Kritisch zu erörtern wäre ferner das allgemeine Sprechen über „die“ Muslime und ihren Antisemitismus. Ourghi sagt: „Muslime werden dazu erzogen, die Juden zu hassen.“ Wer sind diese Muslime und wer erzieht sie? In nahezu zwei Dekaden Islamdebatte sollte sich die Erkenntnis durchgesetzt haben, dass es „die“ Muslime als klar konturierte Gruppe in Deutschland nicht gibt. Die Heterogenität ist nachweislich beträchtlich. Die Bandbreite reicht von säkular orientierten iranischen Akademikern über traditionell praktizierende Muslime bis hin zu neosalafistisch orientierten Konvertiten. Zudem sagt der Grad der Religiosität von Muslimen noch nichts über den Grad ihrer antisemitischen Haltungen aus, auch in säkularen Milieus sind sie zu finden. Differenzierung lautet hier das Zauberwort.

Schließlich ergibt es wenig Sinn, Antisemitismus ausschließlich aus der Religionszugehörigkeit abzuleiten. In der Regel werden antisemitische Einstellungen durch mehrere Faktoren beeinflusst. Zu nennen sind insbesondere die Sozialisation im Herkunftsland, der Bildungshintergrund, der Medienkonsum und vieles mehr. Der Islam kann ein Faktor sein, erklärt aber längst nicht alles. Leider ist dieser Sachverhalt in der gegenwärtigen Antisemitismusdebatte noch nicht angekommen.

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