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Interaktive Chronik Multimedia-Zeitleiste: Martin Luther und die Reformation

Rebellischer Mönch, Kirchenspalter, cleverer Marketingstratege - aber auch Behindertenfeind und Antisemit: Die Multimedia-Zeitleiste zeigt den Weg Martin Luthers zum Reformator.

Zeitleiste: Martin Luther und die Reformation
Zeitleiste: Martin Luther und die Reformation Foto: Screenshot

Eigentlich war das mit der Theologie gar nicht geplant. Martin Luther, der 1483 in Eisleben als Sohn des Bergmanns Hans Luther aus Möhra und dessen Frau Margarethe, geborene Lindemann, aus Neustadt an der Saale geboren wurde, sollte Jurist werden.

Das Studium in Erfurt hat er auch begonnen - aber dann kam, auf dem Rückweg nach einem Besuch bei der Familie in Mansfeld, dieses Gewitter. Nach der Legende suchte der junge Martin Luther Schutz unter Bäumen und rief die heilige Anna um Hilfe an: Wenn die Mutter Marias ihm Leib und Leben rette, so versprach er angeblich schlotternd vor Angst, so wolle er Mönch werden.

Das Unwetter hat er offenkundig unbeschadet überstanden: Am 17. Juli 1505 trat Martin Luther ins Augustinerkloster zu Erfurt ein. Sein Lebensweg vom Mönch, der stets von Zweifeln an seiner eigenen Gottgefälligkeit geplagt war, zum Reformator und Spalter der Kirche begann.

Die Erkenntnis, die zum Kerngedanken der Reformation wird, soll Martin Luther auf dem stillen Örtchen gehabt haben. Sie lautet: Nichts steht zwischen Gott und den Menschen  - auch keine kirchliche Autorität. Gnade und Vergebung erfährt der Mensch allein durch Gott selbst. Für den Katholizismus, dessen Repräsentanten zu jener Zeit recht gut vom Ablasshandel lebten und die sich als alleinige Vermittler zwischen der Welt und dem göttlichen Himmelreich betrachteten, war das ein Frontalangriff. 

Seine Thesen gegen den Ablasshandel, mit denen Martin Luther vor 500 Jahren den Startschuss für die Reformation gab, hat er womöglich doch nicht, wie lange Zeit geglaubt wurde, an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg genagelt. Er wusste seine Botschaft mit moderneren Mitteln zu verbreiten. Die nagelneue Erfindung des Druckens mit beweglichen Lettern  kurbelte nicht nur das Geschäft der Händler von Ablassbriefen an, sie verhalf auch Luther, seine Botschaft unter die Leute zu bringen. Die einfachen Leute vor allem, denn deren Sprache war es, derer sich Luther bediente (und die er im Rahmen seiner Übersetzung des Neuen Testaments ins Deutsche um viele bildhafte Wortschöpfungen bereicherte).

Und schließlich hatte der Reformator im  Kurfürsten Friedrich III. einen starken Schutzherrn, der dem von Exkommunikation und Reichsacht bedrängten Rebellen - so derb würde Luther es wohl selbst ausdrücken - durch die gefakte Entführung ins Versteck auf die Wartburg buchstäblich "den Arsch rettete".

Doch auch im Lutherjahr bleibt der Reformator umstritten. Er gilt als Antisemit, verfasste antijüdischen Schriften und bestritt das Lebensrecht von Kindern, die mit Behinderungen zur Welt kamen. Auf Luther und seine Positionen beriefen sich rund 400 Jahre später auch die Nationalsozialisten.

Unsere Zeitleiste zeichnet wichtige Stationen im Leben Martin Luthers nach und wirft ein Schlaglicht auf seine Thesen, seine Gegenspieler, seine Verbündeten und die Folgen seines Wirkens.


Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Martin Luther

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