Lade Inhalte...

Gunnar Möller wird 80 "Es geht immer nur um die Vergangenheit"

In "Ich denke oft an Piroschka" spielte Gunnar Möller die Hauptrolle. Den Film wird er nie vergessen. Nicht erinnert werden möchte der Schauspieler jedoch daran, dass er seine Frau im Affekt totgeschlagen hat.

30.06.2008 10:06
Gunnar Möller wird 80
Gunnar Möller wird nicht gerne auf seine Vergangenheit angesprochen. Foto: dpa

München (dpa) - Zwei Ereignisse werden mit dem Namen Gunnar Möller oft in Verbindung gebracht: Das eine ist der Film "Ich denke oft an Piroschka", in dem er 1955 eine Hauptrolle spielte. Das andere ist der Tod seiner Frau, die er 1979 im Affekt erschlug. Zu seinem 80.Geburtstag, den Möller an diesem Dienstag feiert, will der Schauspieler daran nicht erinnert werden. "Wenn es zu meinem Geburtstag immer nur um die Vergangenheit geht, dann will ich ihn gar nicht feiern", sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Was im September 1979 in seinem Londoner Haus passierte, sei ihm selber unbegreiflich, hatte Möller wiederholt gesagt. Damals erschlug er seine Frau Brigitte, mit der er 25 Jahre verheiratet war, im Streit um die bevorstehende Scheidung mit einem Saunaschemel. Das Paar hatte drei gemeinsame Kinder. Möller wurde damals vom Londoner Kriminalgerichtshof Old Bailey wegen Totschlags zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt und aufgrund guter Führung nach 26 Monaten auf Bewährung entlassen.

Danach gelang es Möller schnell, an seine Schauspielkarriere anzuknüpfen, die bereits begonnen hatte, als er erst elf Jahre alt war. 1939 stand er für den Film "Kopf hoch, Johannes" vor der Kamera.

Rollen in fast hundert Filmen

Der gebürtige Berliner war aber immer auch begeisterter Theaterschauspieler. In den 1940er Jahren arbeitete er für eine Inszenierung der Shakespeare-Komödie "Der Widerspenstigen Zähmung" mit dem berühmten Gustaf Gründgens zusammen. Im Fernsehen war er unter anderem in dem Agententhriller "Geheime Mission" (1985), in den Serien "Das Rätsel der Sandbank" und "Unser Charly" (1996) und in der Krimi-Reihe "Tatort" zu sehen.

Insgesamt spielte Möller in fast 100 Filmen mit. Doch seine bekannteste Rolle war und blieb der verliebte Student Andreas, den er mit Mitte 20 an der Seite von Lilo Pulver in der romantischen Komödie "Ich denke oft an Piroschka" spielte. "Eigentlich", sagte Möller einmal, "hätte ich nur den einen Film drehen müssen, alle anderen Filme mit mir sind in Vergessenheit geraten".

Auf der Theaterbühne feierte der Schauspieler große Erfolge. Mit seiner zweiten Ehefrau Christiane Hammacher, mit der er seit 2003 verheiratet ist, bringt er seit inzwischen 14 Jahren "Loriots dramatische Werke" auf die Bühne. Anlässlich des Geburtstags von Vicco von Bülow, der im November 85 Jahre alt wird, gehen die beiden mit den Sketchen des großen Komikers wieder auf Tournee. Dafür steht auch ein Wohnungswechsel an. Seinen Geburtstag will Möller zwar noch in München feiern. Ende Juli aber wolle er mit seiner Frau nach Berlin ziehen, sagte er. Darauf freut er sich. Er blickt lieber in die Zukunft als zurück in die Vergangenheit.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen