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Geschenke kaufen Ein nützliches Geschenk

Pusteäffchen und Penisnudel: Ohne Erfinder wäre der Weihnachtseinkauf deutlich fader.

„Haustür zu, sonst geht Staubi stiften!“ Foto: rtr

Der Drang zur Verbesserung der Welt ist dem Menschen eigen. Er arbeitet sich zum Glück nicht nur auf sozialem Gebiet ab, wo die Dinge ganz offensichtlich im Argen liegen. Viele Weltverbesserer tüfteln auf Tätigkeitsfeldern jenseits von Unrecht und Not.

Zu ihnen gehören die Erfinder. Sie sorgen für immer neue Geräte, die bei Problemen des Daseins helfen, und nebenbei noch die Frage lösen, was man zu Weihnachten schenken könnte. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Saugroboter? Dass es so was gibt, schon für unter 100 Euro, war mir völlig neu. Doch Vorsicht! Ein Blick ins Internet vermittelt den Eindruck, dass die meisten Menschen schon längst damit ausgerüstet sind. Allein der Dirt Devil 607 mit Absturzsicherung und Hinderniserkennung hat im Versandhandel über 1500 Kundenrezensionen, die von „nie mehr ohne“ bis zu „taugt nichts“ reichen. Einer warnt: „Haustür zu, sonst geht Staubi stiften!“ ein anderer klagt, sein Hund hätte den Sauger zerbissen. Jetzt müsse er wieder selber ran.

Noch nicht in jedem Haushalt vorhanden ist vielleicht der Müsli-to-go-Becher mit Kühlung von der Firma Rosenstein & Söhne. Der Becher ist mit getrennten Fächern für Joghurt und Cerealien ausgestattet und einem in den Deckel integrierten klappbaren Löffel. Gut sind auch die Putzschuhe. Das sind Hausschuhe, deren Sohlen aus dicken Mikrofasertroddeln bestehen, die beim Rumschlurfen den Boden putzen. Der Katalog verspricht: „Damit wird das Putzen wortwörtlich zum Spaziergang.“

Speziell für Frauen ist das Pusteäffchen erfunden worden. Man hält dem kleinen Affen den frisch lackierten Fingernagel hin, und das Tier bläst aus vollen Backen, bis alles trocken ist. Kostet 12,95 Euro plus zwei Batterien. Etwas fragwürdig finde ich allerdings die Penisnudeln für zünftige Frauenrunden. Der Katalog verheißt: „Penis Nudeln in Schniedeloptik. Wenn sie heiß werden, werden sie größer.“ Höhö.

Für Weihnachten ist das nix. Romantischer ist sicher das Boyfriend-Kissen. Ihm ist seitlich ein Arm angenäht samt Hand mit fünf Fingern. Das Ganze ist so groß wie ein halber Männerrumpf und so ist es auch bezogen. Das Schmusekissen ist mit einem sauber gebügelten langärmligen Herrenpyjama bekleidet. Damit es sich schön echt anfühlt, wenn der Boyfriend den Arm um das einschlummernde Girl legt, wurde er liebevoll mit einem realistischen Gewicht befüllt. Aber auch irgendwie komisch, oder? Ich schenke wieder Bücher.

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