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Game of Thrones Du weißt nichts

Die Fantasy-Serie „Game of Thrones“ startet ins vorletzte Kapitel. Wer steht wo in Westeros was wollen eigentlich die weißen Wanderer?

Daenerys Targaryen
Emilia Clark als Daenerys Targaryen. Foto: obs/Sky Deutschland/Helen Sloan

Drachen, Eiszombies, Schattenwölfe, Magie, Intrigen, Mord und Inzest im mittelalterlichen Fantasy-Stil. „Game of Thrones“ gehört zu den großen Serienereignissen dieses Jahrzehntes. Die Serie, basierend auf dem vielbändigen Epos „Das Lied von Eis und Feuer“ von George R. R. Martin, neigt sich langsam dem Ende zu. Ab Sonntag läuft in den USA die 7. und damit vorletzte Staffel. In Deutschland sind die Folgen nur einige Stunden später montags im Pay-TV auf Sky zu sehen.

Die Handlung, die auf den fiktiven Kontinenten Westeros und Essos spielt, lässt sich nicht wirklich kurz zusammenfassen. Eine Erzählung mit 553 Charakteren ist komplex. Dennoch soll hier ein Versuch gewagt werden.

Zu Beginn der Geschichte ist Robert aus dem Hause Baratheon König von Westeros. Vor fünfzehn Jahren gab es einen Krieg gegen die vorherige Herrscherfamilie, die Targaryen, aus dem Robert siegreich hervorging. Die Targaryen schienen ausgelöscht, aber Daenerys Targaryen konnte als Säugling gerettet werden und lebt nun in Essos, in der Überzeugung, die rechtmäßige Throninhaberin von Westeros zu sein.

Während Daenerys sich in Essos eine Armee aufbaut, bricht im instabilen Westeros erneut Krieg aus. Nach König Roberts Tod wird die Rechtmäßigkeit seiner Erben angezweifelt. Der Lord von Winterfell, Robert Baratheons Weggefährte Eddard Stark, findet heraus, dass die Kinder von Robert und seiner Frau Cercei in Wahrheit aus der inzestuösen Beziehung zwischen Cercei und ihrem Zwillingsbruder Jamie stammen.

Nach blutigen Schlachten endet der Krieg vorläufig mit einem Sieg des „Establishments“, die Baratheons bleiben an der Macht. Da Roberts Ahnenreihe ausgelöscht ist, sitzt seine Frau Cercei zu Beginn der 7. Staffel auf dem Eisernen Thron von Westeros.

Eddard Stark, zu Beginn der Serie der Hauptcharakter, hat auch ein Geheimnis: Seinem Bastard, den er aus dem Krieg vor fünfzehn Jahren nach Hause mitbrachte, will er nicht verraten, wer seine Mutter ist. Jon wächst gemeinsam mit seinen fünf Halbgeschwistern bei seinem Vater auf.

Wird Daenerys sich weitere Verbündete suchen?

Um den Inhalt wirklich erfassen zu können, muss man sich nicht nur die Serie komplett ansehen, sondern auch die Bücher lesen. „Game of Thrones“ ist komplex, verzettelt sich aber nicht. Es ist keine einfache lineare Erzählung, und es gibt auch nicht, wie in so vielen anderen Serien, genau an den richtigen Stellen „zufällig“ den richtigen Hinweis auf das, was passieren wird. In „Game of Thrones“ kann alles passieren. Eindrucksvoll wird dies am überraschenden Tod Eddard Starks demonstriert, der Bruch eines in vielen Serien immer noch vorhandenen erzählerischen Tabus. Niemand ist sicher in „Game of Thrones“. 

Das soll nicht heißen, dass man als Fan nicht einiges vorhersehen kann. Am Ende der 6. Staffel erfährt der aufmerksame Zuschauer das, was er schon lange ahnt: Jon ist nicht wirklich der Sohn von Eddard Stark. Er ist der Sohn seiner Schwester Lyanna Stark. Der Clou: Man vermutet, dass Lyanna, ganz im Romeo-und-Julia-Stil, während des Krieges mit dem Targaryen-Prinz, Daenerys Bruder, durchgebrannt ist. Was Jon zu einem Anwärter auf den Eisernen Thron von Westeros macht.

Die Welt von George R.R. Martins Meisterwerk vermeidet die eindeutige Zuordnung der Charaktere in „Gute“ und „Böse“, auch wenn die meisten Sympathien dem Hause Stark und Daenerys Targaryen zufliegen. Dass die Serie das nicht so gut herausbringt wie die Bücher, mag der publikumsfreundlichen Aufbereitung geschuldet sein. In den Büchern sind die Kapitel jeweils aus der Sicht eines anderen Charakters geschrieben und Handlungsmotive und innere Haltung entsprechend viel deutlicher. Die Entwicklung einiger Charaktere ist beeindruckend, mehr als einmal wird man das Bild, das man von einer Figur hatte, über den Haufen werfen müssen.

In der 7. Staffel gibt es nun eine gemeinsame Bedrohung für ganz Westeros: Die Weißen Wanderer. Das bekannteste Zitat aus „Game of Thrones“ wird wahr: „Winter is coming“ (auf Deutsch: Der Winter naht). Eiszeitliche Zombiegestalten, fast unbesiegbar, fallen von Norden kommend über Westeros her. 

Jon, inzwischen aufgestiegen zum König des Nordens, verteidigt sein Reich gegen die Eindringlinge. Aber der Krieg um den Thron geht weiter, es bilden sich neue Allianzen. Denn Daenerys kommt in der 7. Staffel endlich in Westeros an, um ihren Thron zu fordern. Wird sie sich Verbündete suchen? Oder reichen ihr ihre drei Drachen? Vieles deutet darauf hin, dass sich Daenerys und Jon im Krieg gegen die Weißen Wanderer und Königin Cercei, die immer mehr zur „Mad Queen“ wird, verbünden. Und diese Allianz vielleicht sogar durch eine Ehe besiegeln werden. Ein interessanter Aspekt wird auch die Frage nach der Motivation der Weißen Wanderer sein. George R. R. Martin hat in einem Interview einmal erklärt, er verachte Geschichten mit geistlosen Bösewichten, was darauf hindeutet, dass noch mehr dahintersteckt.

Aber am Ende gilt bei „Game of Thrones“: Es kann alles passieren. Du weißt nichts.

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