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Filmlegende Paul Newman ist tot

Hollywood-Legende Paul Newman ist seinem langjährigen Krebsleiden erlegen. Der Oscar-Preisträger starb im Alter von 83 Jahren.

27.09.2008 16:09
PAUL NEWMAN
Paul Newman starb im Alter von 83 Jahren an Krebs. Foto: ap

Rom. Hollywood trauert um eine Legende: Paul Newman ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Der Oscar-Preisträger litt Medienberichten zufolge seit langem an Lungenkrebs. Nach Angaben der Stiftung "Newman's Own Foundation" in Westport (US-Bundesstaat Connecticut) starb er bereits am Freitag.

Newman galt als einer der größten Schauspieler Hollywoods - ein Multitalent, das den unterschiedlichsten Figuren einen glaubwürdigen Charakter verlieh. Millionen von Menschen liebten seinen Charme, seinen leise-ironischen Unterton und seine berühmten stahlblauen Augen.

Für seine Rolle in dem Kultfilm "Die Farbe des Geldes" bekam er 1987 den Oscar als bester Hauptdarsteller; bereits zuvor war er mit einem Ehren-Oscar für sein Lebenswerk geehrt worden. Herausragend war auch sein soziales Engagement: Mit der von ihm gegründeten Spaghetti- und Salatsoßenfirma "Newman's Own" und der Stiftung "Newman's Own Foundation" spendete er mehr als 200 Millionen Dollar für gute Zwecke - oft für krebskranke Kinder.

Schauspieler-Kollegen hoben die menschliche Größe Newmans hervor."Ich habe einen echten Freund verloren. Er hat mein Leben - und dieses Land - durch sein Dasein besser gemacht", sagte Robert Redford (72), der 1969 erstmals mit Newman für die Westernkomödie "Butch Cassidy und Sundance Kid" vor der Kamera stand. 1973 drehten sie dann die beliebte Gaunerkomödie "Der Clou".

"Er wird mir fehlen, er wird jedem von uns fehlen, es gibt keinen anderen wie ihn", sagte die Schauspielerin Meryl Streep. "Er hatte ein Leben, auf das er stolz sein kann - seine Familie, seine wohltätige Arbeit." Sein ganzes Leben lang habe Newman Millionen von Dollar für wohltätige Zwecke ausgegeben. Julia Roberts, die in einem seiner Sozialprojekte mitgearbeitet hat, nannte Newman ihren Helden.

"Seit 18 Monaten kämpft er gegen den Krebs"

Schon seit Monaten hatte es Gerüchte um den schlechten Gesundheitszustand des Superstars gegeben. Sein langjähriger Geschäftspartner A.E. Hotchner sagte im Juni, Newman kämpfe seit 18 Monaten gegen den Krebs. Der Schauspieler selbst ließ erklären, ihm gehe es gut. Das vielleicht letzte Pressefoto zeigte ihn abgemagert und zerbrechlich, aber immer noch voller Charme vor seiner Zweitwohnung in New York.

Bereits vor einem Jahr hatte sich die Hollywood-Ikone nach fünf Jahrzehnten im Filmgeschäft von der Leinwand verabschiedet. "Ich habe es 50 Jahre lang gemacht. Jetzt reicht es", erklärte er. Damit platzte auch das letzte gemeinsame Projekt mit Robert Redford - die Romanverfilmung "A Walk in the Woods". Newman fühle sich zu alt dafür, sagte Redford. "Es bricht mir das Herz." Am 26. Januar 1925 in Cleveland im US-Bundesstaat Ohio als Sohn eines erfolgreichen jüdischen Sportartikelhändlers und seiner katholischen Frau geboren, studierte Newman zunächst an der Theaterschule der Yale Universität; schon kurze Zeit später zog es ihn nach New York an das berühmte Actors Studio von Lee Strasberg, wo die Meisterregisseure Elia Kazan und Martin Ritt zu seinen Lehrern gehörten.

Bekannt machte ihn 1953 die Broadway-Produktion "Picnic". Seine Rolle als orientierungsloser Student brachte ihm einen Vertrag in Hollywood ein - auch wenn sein Debüt in dem religiösen Kostümschinken "Der silberne Kelch" 1954 ein Flop wurde. Die erste Oscar-Nominierung folgte schon bald darauf: In der Tennessee-Williams-Verfilmung "Die Katze auf dem heißen Blechdach" glänzte der Newcomer 1958 als rebellischer Sohn an der Seite von Elizabeth Taylor.

Es folgten weitere Erfolge wie "Haie der Großstadt" (1961), "Der Wildeste unter Tausend" (1963), "Der Unbeugsame" (1967) und "The Verdict" (1982). Insgesamt sieben Mal war der Schauspieler für den Oscar nominiert, ehe er die begehrte Trophäe 1987 für die Rolle des altgewordenenen Billard-Hais Eddie Felson in Martin Scorseses "Die Farbe des Geldes" entgegennehmen konnte. Ein Jahr zuvor hatte die Oscar-Akademie ihn für sein Lebenswerk geehrt. 1994 erhielt er einen weiteren Sonder-Oscar für sein sozialpolitisches Engagement.

Professionell und kollegial

Newman hat alles gespielt: Ganoven und Polizisten, Draufgänger und Schlitzohren, leidenschaftliche Liebhaber und pflichtbewusste Ehemänner - immer war das Team von seiner Professionalität und Kollegialität begeistert. Zuletzt war er 2002 in dem Verbrecherdrama "Road to Perdition" auf der Leinwand zu sehen. Daneben führte er auch selbst Regie, erstmals 1968 in dem einfühlsamen Frauenporträt "Die Liebe eines Sommers", in der seine zweite Ehefrau Joanne Woodward die Hauptrolle übernahm.

Mit Oscarpreisträgerin Woodward war der leidenschaftliche Hobbyrennfahrer und langjährige Kettenraucher seit 1958 verheiratet.Im Januar konnten die beiden noch Goldene Hochzeit feiern. Aus der Verbindung stammen drei Töchter. Aus erster Ehe hatte der Schauspieler ebenfalls drei Kinder, der Sohn starb 1978 an einer Überdosis Drogen und Alkohol. Eine von Newman gegründete Stiftung kämpft seither gegen Drogenmissbrauch unter Jugendlichen. Daneben setzte sich der Superstar stets für Frieden und Bürgerrechte ein. "Du kannst nicht aufhören, ein Staatsbürger zu sein, bloß weil Du einen Ausweis bei der Schauspielergewerkschaft hast", sagte er einmal. (dpa)

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