Lade Inhalte...

Deutscher Filmpreis Auszeichnung für Schmid und Tukur

Das Filmfest München wirft seine Schatten voraus: Der Regisseur Hans-Christian Schmid bekommt für seinen Film "Sturm" den Friedenspreis des Deutschen Films. Ulrich Tukur wird für "John Rabe" ausgezeichnet.

04.06.2009 15:06
Der Schauspieler Ulrich Tukur als John Rabe in einem Szenenfoto des Films "John Rabe" von Oscar-Preistraeger Florian Gallenberger . Foto: ddp

München. Der Regisseur Hans-Christian Schmid wird für seinen Film "Sturm" über Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien mit dem Friedenspreis des Deutschen Films ausgezeichnet. Der mit 10.000 Euro dotierte Bernhard Wicki Filmpreis "Die Brücke" soll ihm während des Filmfests München am 2. Juli im Cuvillés Theater übergeben werden, teilten die Veranstalter am Donnerstag mit. Der Preis steht unter der Schirmherrschaft von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU).

Der Schauspielerpreis, der in diesem Jahr erstmals verliehen wird, geht an Ulrich Tukur für seine Rolle des "John Rabe" in dem gleichnamigen und mehrfach preisgekrönten Kriegsdrama von Florian Gallenberger. Tukur spielt darin den Chef des Siemenswerkes im chinesischen Nanking, der 1937 Zehntausende Menschen vor japanischen Angriffen rettete. "Er zieht alle Register seiner Schauspielkunst. Die Fallhöhe und die Wahrhaftigkeit dieses Ausnahmeschauspielers sind atemberaubend", heißt es in der Begründung der Jury.

Beim 27. Filmfest München werden vom 26. Juni bis zum 4. Juli mehr als 200 Filme aus über 30 Ländern gezeigt. "Wir haben die Filme bekommen, die wir für die besten der Welt halten", sagte Festivalleiter Andreas Ströhl am Donnerstag bei der offiziellen Vorstellung des Programms in München."Ein Trend ist auch in diesem Jahr nicht zu erkennen", sagte Ulrich Maass, der im Filmfest-Team für die Sparte "Neue Deutsche Kinofilme" verantwortlich ist.

Allerdings gebe es einen Schwerpunkt: Mit dem Dokumentarfilm "Die Anwälte", dem Kinofilm "Es kommt der Tag" und dem Fernsehfilm "Dutschke" beschäftigen sich gleich drei deutsche Filme mit der 68er Generation. "Die Anwälte" beleuchtet die unterschiedlichen Karrieren der ehemaligen RAF- und APO-Anwälte Otto Schily, Hans-Christian Ströbele und Horst Mahler. Der Erste sei später Innenminister geworden, der Zweite "das politische Gewissen der Grünen" und der Dritte ein "Vordenker der Neonazis", sagte Maass.

In "Es kommt der Tag" spielt Iris Berben - in ihrer ersten Kino- Hauptrolle seit Jahren - eine untergetauchte Ex-Terroristin. Diese ist gezwungen, sich ihrer Vergangenheit zu stellen, als ihre Tochter auftaucht, die sie in den 70ern zur Adoption freigegeben hatte. Der Fernsehfilm "Dutschke" setzt sich halbdokumentarisch mit dem Leben der 68er-Galionsfigur Rudi Dutschke auseinander.

Weitere Highlights des Filmfestes sind nach Angaben der Veranstalter das Erstlingswerk "Moon" des britischen Filmemachers und David Bowie-Sohnes Duncan Jones sowie "ein Film, den es gar nicht gibt". Der französische Film "L'enfer d'Henri-Georges Clouzot" zeigt bisher unveröffentlichte Aufnahmen eines nicht vollendeten Films des Regisseurs aus dem Jahr 1964, bei dem Clouzot einen Herzinfarkt erlitt. Darin: "Romy Schneider in dem, was wahrscheinlich eine ihrer besten Rollen gewesen wäre."

Die Retrospektive des Festivals ist in diesem Jahr dem britischen Regisseur Stephen Frears gewidmet. Gezeigt werden 18 seiner Filme, darunter auch sein neuester: "Chéri" mit Michelle Pfeiffer. Zum Eröffnungsfilm und zu prominenten Besuchern des Filmfestes wollten die Veranstalter sich noch nicht äußern. Regisseur Michael Haneke, dessen Film "Das weiße Band" in Cannes ausgezeichnet wurde, werde aber den CineMerit Award entgegen nehmen, sagte Ströhl. (dpa)

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen