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Buchmesse – Abschied „Unter Dreißig" sagt auf Wiedersehen

Voller Eindrücke verabschiedet sich die Redaktion von „Unter Dreißig" aus Frankfurt und macht sich auf den Rückweg nach Berlin. Bis zum nächsten Jahr!

19.10.2018 22:36
Unter Dreißig Redaktion
Die Redaktion von Unter Dreißig. Foto: Isabella Nadobny

Die angefangene Flasche Weißwein, die auf dem Tresen des Pressecounters den Feierabend einleitet.

 

Die letzten Messebesucher, die verzweifelt die Stände nach Taschen abklappern, um die Beute des Tages nach Hause zu tragen.

 

Die Verkäuferin, die ihren Crêpe-Stand mit kreisenden Bewegungen putzt und dabei mit ihrer Kollegin spricht, die mit verschränkten Armen daneben steht.

 

Die FR-Bloggerin, die sagt: „Huch, wir haben den Artikel über die Hotlist vergessen“, und ihre Kollegin, die antwortet: „Machen wir nächstes Jahr.“

 

Der alte weiße Mann, der einen Beutel mit der Aufschrift „NOT ALL DEAD WHITE MAN“ wie einen Turnbeutel zwischen den Beinen schlenkern lässt.

 

Der junge Mann, der eine Rollwand zusammenpackt und seinem Kollegen zuruft: Und zu Hause erstmal richtig schön pennen.

 

Die Frau mit dem schwarzen Kleid, die vor der Damentoilette innehält, um ein kleines Mädchen zu beobachten, das fröhlich auf den Abgrund einer Rolltreppe zusteuert.

 

Die ältere Frau, die vier weiße Tüten in der Hand trägt und kleine Schritte Richtung Drehkreuz macht.

 

Das müde Manga-Mädchen mit pinkfarbener Perücke, das hektisch seinen letzten Plastikmüll in die randvolle Mülltonne stopft.

 

Die drei Männer mit den schwarzen Westen, die an der leeren Garderobe des Congress Centers lehnend plaudern, als würden sie ein Feierabendbier genießen.

 

Der sympathische Mann, der jeden Tag den Einlass am Pressebereich kontrollierte und nun in seinen Freizeitsachen fremd wirkt.

 

Die leeren Messehallen, die ohne die Besuchermassen und vollen Bücherregale unhörbar aufatmen.

 

Der Gabelstapler, der einsam brummend auf dem verlassenen Messegelände herumschleicht.

 

Die Cosplayerin mit weißem Mundschutz, die in der Dämmerung vor dem Messeturm zu der Musik aus ihrem Handy twerkt.

 

Der Mann auf dem Messeshuttle-Bike, der kurz anhält, um in den antiquarischen Büchern vor dem Haupteingang zu stöbern, die hinter ihm in Bananenkartons geräumt werden.

 

Die Journalist*innen, die sich müde und glücklich unter einer Laterne am Mainufer treffen, die Skyline betrachten und Sekt aus Pappbechern trinken, die beim Anstoßen mupfende Geräusche machen.

 

Der hochgewachsene Anzugträger am Hauptbahnhof, der vor einer aufflatternden Taube zusammenschreckt und ganz klein wird.

 

Die Frauen, die schon an Gleis 9 warten und sich fragen, ob auch alle aus der Gruppe pünktlich aus dem Bett gekommen sind.

 

Der sehr wichtig tuende Mann im Abteil, der ins Telefon brüllt, er könne keine Namen nennen bei der Sache mit dem Ministerpräsidenten, weil er mit Leuten im Abteil sitze.

 

Die FR-Bloggerin, die sich in Fulda verabschiedet, weil sie den anderen Zug nach Berlin gebucht hat: „Auf Wiedersehen!“

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