Lade Inhalte...

Leïla Slimani „Nanny zu sein ist ein Rollenspiel“

Die französische Schriftstellerin Leïla Slimani über Kindermädchen und Eltern, über ihren Roman „Dann schlaf auch du“ und ihre marokkanischen Wurzeln.

Leïla Slimani
„Heute gehen die Marokkanerinnen aus, sie arbeiten“, sagt Leïla Slimani über Veränderungen in Marokko. Foto: Luchterhand

Frau Slimani, in „Dann schlaf auch du“ beschreiben Sie einen schrecklichen, gleich doppelten Kindsmord durch eine Nanny. Was war Ihr Tatmotiv?
Dieses „Fait divers“ hatte sich in der Upper East Side von New York wirklich ereignet, doch es interessierte mich nur als Ausgangspunkt. Mich faszinierte die äußerst komplexe und ambivalente Beziehung zwischen einem Ehepaar und der Frau, die ihre Kinder hütet und damit als bloße Angestellte in die Intimität einer Familie eindringt. Es ist die zeitlose, universelle Geschichte des Fremden, der in ein bestehendes Universum tritt und es über den Haufen wirft. Universell auch in dem Sinn, dass alle Mütter auf der Welt wohl diese Angst empfinden, wenn sie ihre Kinder einer „Nounou“ (Franz. für Tagesmutter, die Red.) überlassen.
 
Sie selbst hatten als Kind auch eine Nanny ...
Schon, aber mir ging es nicht um meine eigene Erfahrung.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen