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Buchhandel „Das Buch behauptet sich“

Börsenvereins-Chef Alexander Skipis spricht im Interview über das Lesen und den Kampf ums freie Wort.

Alexander Skipis
Dem Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, Alexander Skipis, ist nicht bange um den Buchhandel. Foto: Peter Jülich

Herr Skipis, wenige Tage vor der Frankfurter Buchmesse wird öffentlich wieder einmal der Tod des stationären Buchhandels beschworen. Wie ist die aktuelle Lage?
Bereits mit Aufkommen des Hörfunks und des Stummfilms im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts haben etliche das Ende des Buches und des Buchhandels prophezeit. Das trat bekanntermaßen nicht ein. Es gibt Veränderungen im Buchhandel, der Markt konsolidiert sich, die Vertriebswege differenzieren sich. Aber der Buchhandel ist zukunftsfähig und er hat Zukunft.

Tatsache ist aber, dass die Zahl der Buchhandlungen schrumpft.
Ja. Doch wir haben rund 6000 Buchhandlungen in Deutschland. Weltweit ist das eines der dichtesten Netze. Und 70 Schließungen standen im letzten Jahr knapp 50 Neueröffnungen gegenüber.

Geht der Umsatz im Buchhandel zurück?
Nein. Der Gesamtumsatz der Branche ist im vergangenen Jahr um ein Prozent gestiegen. Das stationäre Geschäft ist leicht rückläufig, dafür setzt der Buchhandel online mehr um. Wir halten den Branchenumsatz seit etwa zehn Jahren stabil.

Wie sieht es in diesem Jahr aus?
Im Moment, also bis August, ist der Gesamtumsatz ausgeglichen, der stationäre Handel etwas unter dem Vorjahr. Aber wir erwarten starke Bestseller im Herbst und es steht noch das Weihnachtsgeschäft bevor, das einen großen Anteil an unserem Umsatz hat. Wir erwarten keinen Einbruch beim Umsatz, im Gegenteil.

Die Kollegin Sandra Kegel hat in der „FAZ“ beschrieben, dass die Vertreter der Verlage auf verzweifelte Buchhändler treffen.
Ich will nichts schönreden. Der Veränderungsprozess, in dem wir uns befinden, ist für die Branche auch schmerzhaft. Aber 47 Prozent des Buchumsatzes werden noch in Buchhandlungen gemacht. Sie sind der bedeutendste Vertriebskanal für Bücher. Wir müssen differenzieren.

Es wird bezweifelt, dass die Bücher, die gekauft werden, auch gelesen werden.
Diese Zweifel tauchen immer wieder auf. Ich halte mich an die Fakten. 75 Prozent der Bürgerinnen und Bürger ab elf Jahren lesen in Deutschland Bücher, das belegt eine Studie aus dem Jahr 2016. Immerhin 60 Millionen haben 2015 ein Buch pro Jahr gelesen und 30 Millionen haben zehn und mehr Bücher pro Jahr gelesen. In den zurückliegenden zehn Jahren sind die absoluten Nichtleser von 20 auf 25 Prozent gestiegen. Das ist nicht schön. Aber das Buch behauptet sich gegen große Medienkonkurrenz. Wir kämpfen dafür, dass das Buch Leitmedium bleibt und einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt unserer freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft leistet.

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