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Alain Mabanckou Der Roman als kollektives Werk

Magisch, linear, realistisch: In „Die Lichter von Pointe-Noire“ erzählt der kongolesische Autor Alain Mabanckou in allen Facetten von seinen Wurzeln.

Alain Mabanckou
Alain Mabanckou erzählt von seinen Wurzeln. Foto: afp

Zur Wahrheit gehören Legenden, die bis heute die Vorstellungswelt der Gesellschaft bestimmen. Das Imaginäre festzuhalten ist das Ziel. Das spiegelt sich beispielsweise in der Erinnerung an die erste Jagdnacht wider. Auf einer Lichtung begegnet der Erzähler einem Hirschen und einer Hirschkuh. Dies seien keine gewöhnlichen Tiere, erklärt der begleitende Onkel, sondern Doppelgänger der Großeltern, deren Erscheinungen nicht verjagt werden dürfen. 

Ähnlich magisch beschreibt Alain Mabanckou auch den Abschied von seiner Mutter. Nur wenige Worte seien damals gewechselt worden: „Ohne zu sprechen, sagten wir uns beinahe alles. Sie gab etwas an mich weiter, und ich wusste nicht was. Ich riss mich zusammen, um diesen Augenblick nicht zu zerstören, den ein einziges Wort verdorben hätte.“ 

Magischer Realismus findet so vielfältig Eingang in eine Erzählung, die sich jenseits der Fiktion dem Realismus zugewandt hat, parallel aber auch über moderne Formen der Sklaverei, Schulunterricht oder das Leben von Prostituierten berichtet. 

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