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Buchmesse Frankfurt Substanzielle Auseinandersetzung nötig

Der Politikwissenschaftler Samuel Salzborn analysiert am FR-Stand den Aufstieg der Antidemokraten.

Buchmesse Frankfurt
FR-Redakteurin Nadja Erb im Gespräch mit Samuel Salzborn. Foto: Michael Schick

Als Samuel Salzborn mit der Arbeit an seinem Buch „Angriff der Antidemokraten“ begann, hatte der Politikwissenschaftler aus Gießen eine klare Absicht: seinen Beitrag dazu zu leisten, dass die AfD nicht in den Bundestag einzieht. Sein Buch ist inzwischen erschienen und die AfD sitzt im Bundestag. So bleibt Salzborn am Mittwochvormittag nur übrig, zusammen mit FR-Politikredakteurin Nadja Erb am FR-Stand auf der Buchmesse diese Zäsur in der Parteiengeschichte der Bundesrepublik zu analysieren.

Anlass des Gesprächs ist die Veröffentlichung des Sammelbands „Die Mythen der Rechten“, in dem Journalisten der Frankfurter Rundschau rechten Narrativen nachgegangen sind – von der vom Staat bezahlten Antifa bis zur angeblichen Vergewaltigungswelle im multikulturellen Schweden.

Solche Mythen, so Salzborn, seien in den vergangenen zwei Jahren, in denen die deutsche Öffentlichkeit „einen Dauerwahlkampf“ erlebt habe, popularisiert worden. Und hätten erheblich zur Mobilisierung der AfD beigetragen.

Im Gespräch am FR-Stand liefert Salzborn eine vielschichtige Analyse ohne eindeutige Schuldzuweisungen. „Wir leben in einer medialen Umbruchzeit“, sagt er, „in denen das Lernen eines Umgangs mit den neuen Medien im vollen Gange ist.“ In denen der Medienkonsument oft schon wisse, was er suche, und die Entscheidung, was man für wahr halte, schon „vor der Information“ falle. In der selbst Parteien wie die Grünen nun versuchten, Begriffe, die von den Rechten in den Diskurs eingeführt worden seien, für sich zu besetzen. Und in der Prime-Time-Talkshows den Themen der Rechten unnötig viel Platz einräumten.

Die Gegenstrategie, glaubt Salzborn, müsse eine „substanzielle, solide und faktenbasierte“ Auseinandersetzung mit den Themen der Rechten sein – in den Parlamenten und den Medien. Damit die AfD im Bundestag eine einmalige Episode bleibe.

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