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Buchmesse Frankfurt Kein Raum für rechte Selbstdarstellung

FR-Redakteure diskutieren auf der Frankfurter Buchmesse mit dem Historiker Volker Weiß über die „Mythen der Rechten“ und ihre Wirkung.

13.10.2017 16:26
Frankfurter Buchmesse
Nadja Erb, Danijel Majic, Bascha Mika und Volker Weiß sprechen über rechte Mythen. Foto: Michael Schick

Wenn jemand die Neue Rechte in Deutschland kennt, dann Volker Weiß. Nicht nur weil der Historiker unlängst mit „Die autoritäre Revolte“ ein Standardwerk über Ideologie, Geschichte und Akteure dieser gar nicht mehr so neuen Inkarnation des deutschen Rechtsextremismus verfasst hat, sondern weil er das neurechte Personal von Angesicht zu Angesicht kennt. Das letzte Mal, als er mit ihrem derzeit bekanntesten Protagonisten Götz Kubitschek zusammentraf, endete es in einem Wutausbruch des selbst ernannten „Vordenkers“ der Neuen Rechten.

An diesem Messemittwoch belässt Kubitschek es dabei, kurz bei einem Vortrag von Weiß Präsenz zu zeigen – begleitet von seiner Frau, Ellen Kositza, und einem eigenen Kamerateam. Kurze Zeit später sitzt Weiß auf der Bühne des großen Lesezelts, um mit FR-Chefredakteurin Bascha Mika und den FR-Redakteuren Danijel Majic und Nadja Erb über die „Mythen der Rechten“ zu diskutieren. Die Grünen-Politikerin Claudia Roth, die eigentlich auch teilnehmen sollte, musste kurzfristig absagen – sie hängt in Berlin in den Koalitionsverhandlungen fest.

Im Zentrum der Diskussion stehen rechte Narrative, die von FR-Autoren in einer Artikelserie, die nun als Buch mit dem Titel „Mythen der Rechten“ vorliegt, untersucht wurden. „Eine Mischung aus Halbwahrheiten und echten Mythen“, wie es Nadja Erb eingangs formuliert. Wie werden sie verbreitet und von wem, und welche Rolle spielten sie bei der Mobilisierung des Wählerpotenzials der AfD?

Danijel Majic erläutert die Grundintention der Serie. „Wer zu Rechtsextremismus recherchiert, bewegt sich zwangsläufig in den sozialen Netzwerken. Dort tritt man auf Narrative, die bereits seit Jahren unhinterfragt verbreitet werden.“ Als Beispiele nannte er die erfundene „Vergewaltigungsepidemie in Schweden“ oder die angeblich immer weiter steigenden Vergewaltigungszahlen in Deutschland. Beides Thesen, die in „Mythen der Rechten“ widerlegt werden.

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