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Rechtsextreme auf der Buchmesse Frankfurt Drohungen und Beleidigungen gegen Wehnemann

Dem Stadtverordneten Wehnemann wird von Rechten vorgeworfen „Fake News“ über Tumulte bei der Buchmesse Frankfurt zu verbreiten.

Wehnemann
Nico Wehnemann (Mitte mit Brille) - hier auf einer Wahlparty im Römer (Archiv). Foto: Michael Schick

Für Nico Wehnemann waren die letzten beiden Tage äußerst unangenehm. Nicht nur weil ihn, seitdem er am Samstag bei Tumulten am Antaios-Podium auf der Frankfurter Buchmesse von einem Sicherheitsmann zu Boden gerissen wurde, Rücken und Nacken schmerzen. Seit er den Vorfall öffentlich gemacht hat, hagelt es via E-Mail, Messengerdienste und Telefon Beschimpfungen und Drohungen. Der Frankfurter Stadtverordnete der Partei „Die Partei“ befindet sich im Zentrum eines Shitstorms.

Was war passiert? Am Samstagnachmittag hatten linke Demonstranten Veranstaltungen des rechtsradikalen Antaios-Verlage in Halle 4.2 der Buchmesse gestört. Zwischen Rechten und Linken kommt es zu Handgreiflichkeiten. Die Polizei rückt an.

Nico Wehnemann ist mittendrin, wird von Antaios-Fans angepöbelt, wie er berichtet. Ein Schild wird ihm aus der Hand gerissen und zerstört. Als er sich mit seinen Begleitern entfernt, stellen sich ihm zwei Männer in den Weg. Er versucht, sich an ihnen vorbeizudrängen, wird von einem zu Boden gerissen und fixiert. Wehnemann geht zu diesem Zeitpunkt davon aus, dass es sich um einen Antaios-Fan handelt: „Für mich waren das Zivilisten aus dem Pulk der Rechten.“ Seine Überzeugung tut er auch auf Twitter kund. „Ein Nazi auf mir drauf“, schreibt er noch am Samstag auf dem Kurznachrichtendienst und verlinkt ein Video des Vorfalls.

Vorwurf: Fake News verbreitet

Kurze Zeit später weist ihn der Journalist Jonas Fedders, von dem die Aufnahme stammt, darauf hin, dass es sich seiner Meinung nach um einen Polizisten in Zivil handele. Nein, ein Sicherheitsmitarbeiter, stellt die Frankfurter Polizei, ebenfalls via Twitter, richtig. Doch die Meldung, dass ein Lokalpolitiker von „Nazis“ angegriffen wurde, hat da bereits die Runde in den sozialen Netzen gemacht und wird auch von Nachrichtenseiten verbreitet.

Seitdem wird Wehnemann mit Drohungen und Beleidigungen bombardiert, weil er als „Linksfaschist“ angeblich „Fake News“ verbreite. Wehnemann selbst hat seine Darstellung in diesem Punkt längst korrigiert, bleibt aber bei seinen Vorwürfen, vor allem gegen die Polizei, die nicht eingeschritten sei und seine Anzeige zuerst nicht habe aufnehmen wollen.

Inzwischen hat er den Sicherheitsmann wegen Körperverletzung und die Polizeibeamten wegen unterlassener Hilfeleistung angezeigt. Er selbst war bereits am Samstag angezeigt worden und hatte ein Hausverbot auf der Messe kassiert. 

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