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Michelle Hunziker auf der Buchmesse Frankfurt „Das Geld war der Teufel“

TV-Moderatorin Michelle Hunziker erzählt in ihrer Autobiografie von ihren fünf Jahren in einer Sekte. Das Buch präsentiert sie auf der Buchmesse in Frankfurt.

Buchmesse Frankfurt
Das Klicken der Kameras hörte auch beim Gespräch mit Michelle Hunziker nicht auf. Foto: Michael Schick

An einem Punkt in ihrem Leben glaubte Michelle Hunziker die Schwester von Jesus zu sein - und ihn verraten zu haben. Sie glaubte auch, in einem anderen früheren Leben die Frau eines SS-Offiziers gewesen zu sein und ihn nicht von seinen Taten abgehalten zu haben. Für all diese Sünden müsse sie in ihrem Jetzt-Leben die Schuld tragen, glaubte sie. „Ich war das perfekte Opfer für eine Sekte“, erzählt die Schweizer TV-Moderatorin.

Man kennt Hunziker („Wetten, dass...?“) als die Bildschöne und immer Immerstrahlende. So fröhlich wirkt die 41-Jährige auch an diesem Donnerstag auf der Frankfurter Buchmesse, als sie ihre Autobiografie „Ein scheinbar perfektes Leben“ präsentiert. „Ich habe lange gebraucht, um all das zu verarbeiten“, sagt sie. Jetzt sei sie mit ihrem zweiten Ehemann und den drei Töchtern wieder sehr glücklich.

In dem Buch, das gerade in Deutschland erschienen ist, berichtet sie über ihre unglücklichen Zeiten - fünf Jahre in der Sekte „Krieger des Lichts“. Hunziker war Anfang 20, als sie mit der „gefährlichen Blume“, der Sektenführerin Clelia in Kontakt kam. Damals war sie noch mit dem italienischen Popsänger Eros Ramazzotti verheiratet, ihre gemeinsame Tochter Aurora noch sehr klein. Sie beschreibt, dass sie sehr glücklich mit ihrem Mann war, habe sich aber oft einsam gefühlt, wenn er auf Tour war. Sie war unsicher, sehnte sich nach Liebe. „Mein Vater war Alkoholiker, meine Mutter war, als ich klein war, nicht viel da, sie musste viel arbeiten.“ Und so gab es immer diesen Schmerz, diese Unsicherheit in ihrem Herzen. Clelia spürte diese Zerbrechlichkeit. Schritt für Schritt schlich sie sich in ihr Leben. „Sie hat angefangen, mich zu therapieren. Sie gab mir das Gefühl immer für mich da zu sein.“ Die Sekte sei wie ihre Familie gewesen. Ihre Ehe ging in die Brüche – Ramazzotti hatte sie gebeten sich zu entscheiden. Für ihn oder die Sekte. Sie wählte die Sekte.

Clelia redete der erfolgreichen TV-Moderatorin ein: „Das Geld ist der Teufel“. Die Sekte „half“ ihr, das Geld zu verwalten, ein paar Millionen Euro habe sie dadurch verloren. „Ich denke, es waren zwei Millionen Euro oder mehr.“ Hunziker musste vegan leben, eine Pizza „war nichts anderes als ein Konzentrat dämonischer Kräfte“. Und der „Reinungsprozess betraf auch das Sexualleben“.

Irgendwann wachte sie auf. Den Drohungen zum Trotz, sie werde sterben, wenn sie die Sekte verlasse, stieg sie aus. „Ich wollte lieber sterben, als noch einen Tag mit diesen Leuten verbringen zu müssen.“ In Italien sei eine Mutter auf sie zugekommen; sie habe das Buch ihrer Tochter geschenkt, die in einer Sekte war. „Danach sei sie ausgetreten.“ Beide, Mutter und Moderatorin, hätten vor Rührung geweint.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Buchmesse Frankfurt

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