Lade Inhalte...

Johann Lafer Lafer, lecker, Onzenei

Der österreichische Fernsehkoch und Autor Johann Lafer ist ganz locker am Stand der Buchdrucker. Es gibt feine Küche für alle.

Frankfurter Buchmesse
Der Chef schmeckt ab: Johann Lafer. Foto: Michael Schick

Der Chef unter den Köchen ist da sehr großzügig: Wer auch immer um ein gemeinsames Foto bittet am Freitag in Halle 4.0, der bekommt auch eins, und jedes Mal mit einhundert Prozent des Original-Lächelns von Johann Lafer.

Das Kochen übernehmen so lang seine Mitarbeiter, zuvorderst Marcus Wilsdorf, einst Küchenchef bei Bobby Bräuer in München, jetzt seit zwei Jahren bei Lafer „einfach aus Spaß an der Freud“, und zwei Kollegen: „Die haben wir bei Horst Lichter gemietet.“ Pause. „Neiiiiin, Scherz.“

Die Herren kneten in einer Masse, die von Lafer persönlich zwischen zwei Fototerminen abgeschmeckt und für gut befunden wird: „Is okay, Crème fraîche drauf und fertig.“ Es handelt sich um Beef Tatar, das gleich noch Beilagen erhält, Basilikum, gehobelte Trüffel und laut Menü: „Onzenei“. Letzteres erschließt sich, wenn man die letzte Silbe für sich betrachtet: Ei, das nach japanischer Sitte eine Stunde bei 64 Grad gegart wird, in Japan freilich „Onsen-Tamago“ heißt. Und gegart ist leicht übertrieben: Das Ei ist von einer Konsistenz, die man in Frankfurt normalerweise nach einer Minute bei 100 Grad erreicht: wabbelig. Und es rutscht vom Tatar runter.

Egal, die Messebesucher stehen Schlange dafür, trinken Bier und Wein dazu und lassen sich mit Lafer ablichten. Der Österreicher lächelt am Stand der bayerischen Firmengruppe Appl, weil man gemeinsam 2014 den Print-Stars-Preis in Gold gewann für ein Buch mit einer „sprechenden Buchverpackung“, sagt er der FR: „Deshalb bin ich heute hier, ein Freundschaftsdienst.“ Bei der Gelegenheit: Wird ihm das Kochen nie langweilig? Wird man ja mal fragen dürfen. „Das ist mein Beruf“, sagt Lafer. „Es gibt schon Tage, an denen man die Nase voll hat, aber dann sage ich mir: Was soll ich sonst machen?“ Und die Messe? „Gut“, urteilt der Fernsehkoch. „Aber so viele Kochbücher! Es macht ja heute jeder ein Kochbuch! Was will man da noch Besonderes machen? Die Welt wird ganz neu definiert.“ Entscheidend für den Erfolg des Kochbuchs sei eindeutig die Haptik. Vieles lasse sich heute mit dem Computer machen, aber ein Kochbuch – digital? Nein. „Ein Kochbuch willst du in der Hand halten, das ist so.“

Eine gebackene Riesengarnele mit Erbsenmousse willst du definitiv auch in der Hand halten, wenn sie aus Lafers Küche kommt. Oder Saibling auf Limonen-Selleriepüree mit Orangen-Thymian-Butter. Die Leute am Messestand sind völlig aus dem Häuschen. Und alles gratis.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen