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Frankfurter Buchmesse Björn Höcke kommt durch die Hintertür

Der AfD-Rechte Björn Höcke meidet beim Besuch der Frankfurter Buchmesse die Öffentlichkeit.

Frankfurter Buchmesse
Sie sehen Björn Höcke vor lauter Polizei nicht? So ging es auch den meisten Buchmesse-Gästen. Foto: Christoph Boeckheler

Es ist kurz nach 17 Uhr, als Kathrin Grün, die Pressesprecherin der Buchmesse, ein Machtwort spricht: „Die Journalisten sind hier, um ihre Arbeit zu machen, und das tun sie jetzt auch. Dies ist keine geschlossene, sondern eine öffentliche Veranstaltung.“ Der Vertreter des Manuskriptum-Verlags, der den AfD-Rechtsaußen Björn Höcke auf die Buchmesse eingeladen hatte, nimmt das gehorsam zur Kenntnis, in der Folge dürfen die Journalisten das Podiumsgespräch aufzeichnen.

Zumindest diejenigen, die es in den Raum Concorde in Halle 4, Ebene 1, geschafft haben. Denn vor dem Aufgang hat die Polizei Absperrgitter aufgestellt, Zutritt zu Ebene 1 erhalten nur Journalisten und Anhänger der AfD. Die Schaulustigen und AfD-Gegner sammeln sich im Atrium, sie bekommen Höcke aber nicht zu sehen. Der Spitzenkandidat der thüringischen AfD betritt den Raum durch die Hintertür und nimmt auf dem Podium Platz. Moderiert wird die Veranstaltung von der Literaturwissenschaftlerin Bettina Gruber. 

Höcke-Gegner sammeln sich am „Hammering Man“

Mit auf dem Podium sitzen neben Höcke der Autor Frank Böckelmann und der Publizist Sebastian Hennig. Der hat gemeinsam mit Höcke ein Streitgespräch geführt, das in einem Buch mit dem kryptischen Titel „Nie zweimal in denselben Fluss“ mündet. Böckelmann und Henning fungieren allerdings nur als Buchstützen, Gruber als Stichwortgeberin für Höcke. Der präsentiert sich mal als Gutmensch, Schöngeist oder Aufklärer und überrascht mit Aussagen wie, er vereine in sich ähnlich wie Friedrich der Große sowohl rechte als auch linke Positionen. Der Gedankenaustausch sei wichtig und auch die Meinungsfreiheit. Dass dazu auch die Pressefreiheit gehört, die vom gastgebenden Manuskriptum-Verlag und der AfD beschnitten werden sollte, fällt unter den Tisch.

Die Versammlungsfreiheit außerhalb des Messegeländes wird nicht beschnitten. Draußen vor dem Messeturm, am „Hammering Man“, sammeln sich zeitgleich zur Veranstaltung mit Höcke dessen Gegner. Das Bündnis „Aufstehen gegen Rassismus“ hat zu einer Kundgebung gegen den AfD-Politiker aufgerufen, unter der großen Skulptur steht ein Infotisch, auf einem Transparent ist „Unsere Alternative ist Solidarität“ zu lesen. Man habe sich hier versammelt, „weil die AfD der parlamentarische Arm der Nazis ist“, ruft eine Rednerin den Versammelten zu. Es sei wichtig, dass sich möglichst viele Menschen Höcke und seinen Anhängern entgegenstellten. 

Martin Kliehm, Fraktionsvorsitzender der Linken im Römer, kritisiert, der Grundgedanke nicht nur des Höcke-Flügels, sondern der ganzen AfD sei ein völkisches Weltbild, der Wunsch nach einer homogenen Gesellschaft und die permanente Unterscheidung in „das Eigene“ und „das Fremde“. Es sei nicht nachvollziehbar, dass einer wie Höcke auf der Buchmesse auftreten könne, obwohl die Stadt behaupte, Rassisten und Antisemiten bekämen von städtischen Gesellschaften keinen Raum geboten.

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