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Frankfurter Buchmesse Beliebt und rappelvoll

Die Buchmesse verläuft friedlich. US-Autorin Anna Todd sagt Auftritt nach Verbalattacke im Hotel ab. Neurechter Verleger Götz Kubitschek sagt, er sei am Samstagabend in Sachsenhausen überfallen worden.

Buchmesse
Man sollte keine Angst vor Körperkontakt auf der Buchmesse haben. Foto: Renate Hoyer

Volle Hallen und großen Andrang hat es am Besucher-Wochenende auf der Frankfurter Buchmesse gegeben. Mit einem Plus beim Lesepublikum und einem Rückgang bei den Fachbesuchern ist die 70. Buchmesse am Sonntag zu Ende gegangen. Insgesamt rechneten die Organisatoren der weltgrößten Bücherschau kurz vor Schließen der Tore damit, dass während der fünf Tage in etwa das Niveau von 286 000 Besuchern aus dem vergangenen Jahr gehalten wurde. Bestseller-Autoren wie Sebastian Fitzek, Cecelia Ahern und Schauspiel-Legende Armin Mueller-Stahl konnte man erleben – wenn man durchkam. Auf der Buchmesse sei alles friedlich verlaufen, teilte die Polizei am Sonntag mit.

Aufregung hat es aber am Wochenende um US-Bestseller-Autorin Anna Todd gegeben. Die 29-Jährige hatte ihre Signierstunde auf der Frankfurter Buchmesse am Samstagnachmittag aus Angst abgesagt. Sie soll in der Nacht von Donnerstag auf Freitag von unbekannten Männern im Marriott-Hotel an der Messe verbal angegriffen worden sein.

Auf Twitter schreibt sie zudem, dass die Polizei sie gezwungen habe, ein Beweis-Video von ihrem Twitter-Account zu löschen. International bekannt geworden ist Todd durch ihre erotische Roman-Serie mit dem Titel „After“. Der Heyne-Verlag twitterte zu der Verbalattacke: „Der Vorfall hat Anna sehr mitgenommen und sie fühlt sich auf der Messe nicht mehr sicher.“ Anna Todd selbst äußerte sich auf Twitter: „Es tut mir so leid, dass ich in Frankfurt nicht signiere, aber diese Männer sind immer noch nicht identifiziert und so auch nicht von der Buchmesse entfernt worden.“

Weiter schrieb sie: „Sie nannten uns traurige, dumme Frauen, die sie nicht ficken wollten.“ Der Vorfall ereignete sich in der Hotelbar.

Polizei bestätigtete   verbale Streitigkeiten

Die Polizei bestätigtete am Sonntag die verbalen Streitigkeiten „zwischen zwei Personengruppen“. Todd war noch mit anderen Frauen in der Bar. Weiter heißt es in der Pressemitteilung von Sonntag: „Als die Polizisten in dem Hotel eintrafen, war nur noch eine der Gruppen anzutreffen.“

Die 29-jährige US-Amerikanerin habe in diesem Zusammenhang Anzeige wegen Beleidigung erstattet. Die Polizei hat nun die Ermittlungen zu den Hintergründen und Motivationen der Beleidigung aufgenommen.“ Zu Todds Vorwurf, dass einer der Beamten sie genötigt habe, ein Beweis-Video aus Twitter zu löschen, sonst würde er ihr ihr Handy wegnehmen, sagte die Polizeisprecherin: „Unsere Kollegen stellen die Vorkommnisse anders da. Wir werden das alles nochmal überprüfen.“

Ebenfalls bestätigte die Polizei, dass der umstrittene neurechte Verleger Götz Kubitschek Anzeige gegen Unbekannt wegen gefährlicher Körperverletzung erstattet habe. „Es wird jetzt ermittelt“, sagte die Polizeisprecherin auf Anfrage. Wie Kubitschek auf Twitter schreibt, sei er mit Tritten gegen den Kopf am Samstagabend in Sachsenhausen beschimpft und verletzt worden.

Seine Frau, Ellen Kositza, sei bei dem Überfall hingefallen und die Täter seien ihr dann auf den Rücken gesprungen. Das sagte er gegenüber der „Neuen Zürcher Zeitung“ (NZZ). Der NZZ sagte Kubitschek auch, dass er davon ausgehe, dass die Täter linke Aktivisten gewesen seien.

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