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Frankfurt Buchmesse feierlich eröffnet

Die größte Literaturschau der Welt würdigt bis Sonntag das diesjährige Gastland Georgien.

Frankfurter Buchmesse 2018
Eröffnungsfeier der Buchmesse mit Jürgen Boos (links) sowie Federica Mogherini, Mamuka Bachtadse, Volker und Ursula Bouffier. Foto: peter-juelich.com

Mit der Betonung der universellen Menschenrechte hat die Frankfurter Buchmesse am Dienstagabend vor rund 2200 Gästen eröffnet. Juergen Boos, der Direktor der Frankfurter Buchmesse, verwies auf die Jubiläen der Buchmesse und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, die jeweils 70 Jahre alt würden.

„Wir stehen auf der Seite der Menschenrechte“, sagte Boos, und machte sich für die Kampagne „On The Same Page“ („Auf derselben Seite“) stark. Bei der Kampagne sagen Prominente, warum sie die Erklärung der Menschenrechte von 1948 heute hochhalten wollen. Mit Blick auf den Auftritt rechter Verlage sagte Boos: „Die Buchmesse ist ein Ort der Freiheit, wer diese Freiheit instrumentalisiert, dem widersprechen wir sofort und vehement.“

Heinrich Riethmüller, der Präsident des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, kritisierte die Missachtung der Menschenrechte unter anderem in der Türkei. Mit Blick auf inhaftierte Journalisten, Blogger und politische Gefangene sagte er: „Von einer Normalisierung des Verhältnisses, wie Präsident Erdogan es sich wünscht, kann überhaupt keine Rede sein.“

Feldmann betont Willkommenskultur der Stadt Frankfurt

Der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) betonte die Willkommenskultur der Stadt Frankfurt, in der Menschen aus 177 Nationen lebten und 200 Sprachen gesprochen würden. „In Frankfurt haben wir keinen Platz für Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung.“ Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) legte Wert auf die liberale Tradition der Buchmesse. „Sie muss ein Manifest der Freiheit, nicht nur Markplatz von Meinungen sein.“ 

Federica Mogherini, die Außenbeauftragte der Europäischen Union, nannte die Frankfurter Buchmesse den Ort, an dem die Europäer ihre diverse und vielschichtige kulturelle Identität gespiegelt fänden. „Die Bücher, die wir lesen und schreiben, machen das aus, was wir sind.“ Auch trage die „kulturelle Diplomatie“ der EU - wie der Wiederaufbau von Kirchen und Kulturrouten in den Balkanstaaten - zur Stabilisierung und Friedenssicherung bei. 

Mamuka Bachtadse, der georgische Ministerpräsident, betonte die europäischen Wurzeln des Landes, das zwischen Europa und Asien liegt, sowie die Bedeutung des 33 Zeichen umfassenden Alphabets und des Weinanbaus, der eine 8000 Jahre lange Tradition habe. 

Buchmesse erwartet rund 280.000 Besucher

Der georgische Schriftsteller Aka Morchiladse nannte die georgische Kultur eine „vergessene Kultur“ und die Geschichte seiner Heimat eine „Geschichte des Überlebens“. Nino Haratischwili, die aus Georgien stammende deutsche Schriftstellerin, sprach über den russischen Einsatz in den georgischen Regionen Abchasien und Südossetien, den sie im Roman „Das achte Leben“ literarisch verarbeitet hatte. „Grenzen - unsere Welt ist von diesem Begriff besessen“, sagte sie und kritisierte, dass Ausgrenzung wieder salonfähig geworden sei.

Bis Sonntag werden rund 280.000 Besucher auf der Frankfurter Buchmesse erwartet. Zur Situation des Buchmarkts hatte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels Anfang 2018 noch schlechte Nachrichten verbreitet. Rund 6,1 Millionen Buchkäufer seien von 2012 bis 2016 verlorengegangen, nur noch 44 Prozent der Erwachsenen kauften Bücher.

Jetzt sprach Riethmüller von „Aufbruchstimmung“. Die Verlage und Buchhandlungen arbeiteten intensiv an Ansätzen, um Menschen für Bücher zu begeistern. Sie gingen diese Aufgabe „selbstbewusst und optimistisch“ an. Man wolle das Buch wieder stärker zu den Menschen bringen, sagte er bei der Eröffnungspressekonferenz.

Der Umsatz im Buchhandel sei im Vergleich zu 2017 um 1,1 Prozent gesunken. Dennoch zeigte er sich optimistisch, durch ein gutes Herbst- und Weihnachtsgeschäft „eine schwarze Null“ zu schaffen. Buchmesse-Direktor Boos verwies auf die 7500 Aussteller aus 110 Ländern. 

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