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Buchmesse Macron: Brückenbauen mit Verspätung

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron macht seinen Eintrag ins Goldene Buch auf der Buchmesse zum Lehrstück.

Emmanuel Macron hatte nicht nur Zeit für Kaffee. Foto: LUDOVIC MARIN (AFP)

Eines haben Essen und Literatur gemeinsam – zumindest wenn man es gebührend macht: Dann nämlich lässt sich in beiden Fällen von Kultur sprechen. Insofern war das erste Lehrstück des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron, der seinen Frankfurtbesuch zur Buchmesse gestern offiziell mit der Eintragung ins Goldene Buch der Stadt begann, zwar kein literarisches, aber doch kulinarisch-kulturvermittelnd: Weil er noch nebenan im traditionsreichen „Schwarzen Stern“ dinierte und sich einen Kaffee im „Metropol“ gönnte, ließ er die versammelten Diplomaten, Journalisten und geladenen Gäste im Kaisersaal im Römer warten.

Man lerne: Wenn Franzosen essen, essen sie – ohne sich aus der Ruhe bringen zu lassen, auch nicht vom luxemburgischen Prinzenpaar Claire und Félix, dem Ministerpräsidenten für den französischsprachigen Teil Belgiens Rudy Demotte oder dem Schweizer Bundesrat Alain Berset. Weil die Genannten auch aus Ländern kommen, in denen Französisch gesprochen wird, durften sie sich als Quasi-Gastland-Vertreter genauso ins Goldene Buch eintragen – und waren dafür pünktlich um 13.30 Uhr im Kaisersaal eingelaufen.

Mit einer halben Stunde Verspätung kam dann auch Macron, statt in Begleitung seiner in Frankreich gebliebenen Frau Brigitte neben Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Dieser ließ es sich bei seiner Ansprache dann auch nicht nehmen, mit einem Augenzwinkern auf Macrons Tuchfühlung mit der „Frankfurter Kaffeehauskultur“ zu verweisen.
Verspätung hin oder her – er freue sich, dass Frankfurt dieser Tage zur „Bühne für die deutsch-französische Zusammenarbeit“ werde.

In kleinerem Rahmen betreibe man diese schon „sehr aktiv“ mit Frankfurts französischer Partnerstadt Lyon, wohin derzeit sechs Frankfurter Schulen ihre Schüler zum Austausch schickten. Außerdem lobte Feldmann Macrons „visionäre Perspektive für Europa“, wovon Großstädte wie Frankfurt als Erste profitieren könnten.

Europa war dann auch das Thema in der kurzen Ansprache des Präsidenten: Macron sprach von einer „Sprach- und Schicksalsgemeinschaft, die uns in Europa verbindet“. Bester Ausdruck seien die 52 gekrönten Häupter im Kaisersaal, die die geschichtliche Verbindung Frankreichs mit Deutschland – besonders auch mit Frankfurt als Ort der Kaiserkrönung – verbürgten.
Die diesjährige Buchmesse schreibe „das Buch der gemeinsamen Geschichte“ weiter. In diesem Sinne erhoffe sich Macron auch von der französischsprachigen Literatur, wie sie auf der Buchmesse präsentiert werde, dass sie Brücken baut zwischen Deutschen und Franzosen.

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