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Buchmesse Frankfurt Georgiens wahre Schätze

Eine Sonderausstellung im Archäologischen Museum zur Frankfurter Buchmesse bietet Einblicke in die Vergangenheit Georgiens.

Buchmesse Frankfurt
Die Ausstellung im Refektorium beleuchtet Georgiens Geschichte und ist bis zum 10. Februar 2019 zu sehen. Foto: Rolf Oeser

Die riesigen Holzräder sind stark verwittert. Der Zahn der Zeit hat merklich an ihnen genagt und doch lässt sich mit den Achsen und den aufliegenden Brettern noch ein Wagen erahnen. Der Durchmesser der Räder liegt bei knapp 1,50 Meter und ist damit außergewöhnlich groß. Der Bestattungswagen, den sie einst fortbewegten, stammt aus der Zeit um 2400 vor Christus und wurde in einem Hügelgrab in Georgien gefunden. Und er ist nicht der einzige Schatz, den das diesjährige Gastland der Buchmesse zu bieten hat.

Aus diesem Grund widmet das Archäologische Museum dem Land am Schwarzen Meer jetzt eine Sonderausstellung. Unter dem Titel „Gold & Wein. Georgiens älteste Schätze“ können Besucher in die kulturellen Entwicklungen Georgiens vom Beginn der Landwirtschaft im Kaukasus ab 5800 v. Chr. bis zur Mittelbronzezeit um 2100 bis 1700 v. Chr. eintauchen. Zahlreiche Exponate sind dabei erstmals außerhalb Georgiens zu sehen.

„Wir haben einen bewegten und spannenden Zeitabschnitt gewählt“, sagt Kuratorin Liane Giemsch. Noch in der heutigen Zeit profitierten wir von Dingen, die in der damaligen Zeit entstanden. Innovationen kamen oftmals aus dem Land am Kaukasus. Aber der Zeitabschnitt wurde auch gewählt, weil es dazu besonders viele deutsch-georgische Ausgrabungsprojekte gibt. Die Kooperation auf der Forschungsebene sei bemerkenswert.

Die Faszination an Georgien rühre auch von der Diversität des Landes her, berichtet Giemsch. Auf minimalem Raum gebe es eine vielfältige Landschaft mit Meer, Gebirge aber auch Steppe. „Darüber hinaus ist es eine ganz eigene Kultur mit eigener Schrift“, sagt die Kuratorin.

Dass Gold und Wein in der Ausstellung thematisiert werden, rührt nicht von ungefähr. Noch heute sind beide Produkte die Exportschlager des Landes. „In Georgien haben wir das älteste Goldbergwerk der Welt.“ Bereits vor gut 5000 Jahren wurde dort gefördert. Und so gibt es in der Ausstellungen auch einige der ältesten Goldexponate zu sehen. Giemsch betont, dass das Gold damals nur zu Prestigezwecken abgebaut wurde. Waffen konnte man daraus nicht herstellen. Ein damaliges Novum in der Menschheitsgeschichte.

Auch der Weinanbau hat Tradition in Georgien. Chemische Analysen hätten gezeigt, dass aus den damaligen Gefäßen Wein getrunken wurde. Somit sei das Land auch eines der ältesten Weinanbaugebiete. „Auf vielen Gegenständen finden wir Weintrauben als Verzierung – ein weiteres Indiz“, sagt Giemsch. Bereits in der Vergangenheit wurde der Wein in Tongefäße gefüllt, die im Boden eingegraben waren. Dort gärte und lagerte der Wein in den Gefäßen, die Quevri heißen.

Ein Extraraum steht für kleine Besucher zur Verfügung. Interaktiv kann dabei Getreide gemahlen oder am Webstuhl gearbeitet werden. Auch ein Wagenparcours und eine Fotomöglichkeit mit jungsteinzeitlicher Kleidung erwartet die Gäste.

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