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Buchmesse Frankfurt Buchmesse kann sich gegen Neonazis kaum wehren

Die Frankfurter Buchmesse will Auftritte von Rechtsextremen unterbinden. Doch Udo Voigt, langjähriger Chef der verfassungsfeindlichen NPD, kündigt sein Kommen an.

Buchmesse Frankfurt
Udo Voigt, langjähriger Vorsitzender der verfassungsfeindlichen NPD und EU-Abgeordneter, will auf der Buchmesse für seine Gesinnung werben. Foto: Imago

Udo Voigt scheint sich sicher zu sein: Er und seine Gesinnungsgenossen werden bei der kommenden Buchmesse auftreten. „Die Frankfurter Buchmesse bietet eine willkommene Möglichkeit, die mediale Schweigespirale zu durchbrechen und für unsere Anliegen Gesicht zu zeigen“, lässt der EU-Abgeordnete und langjährige Vorsitzende der verfassungsfeindlichen NPD in einer Pressemitteilung wissen. Er freue sich auf Frankfurt. Zeit und Ort seines Auftritts „auf der Buchmesse“ würden noch bekanntgegeben.

Die Präposition „auf“ ist in diesem Statement entscheidend. Mitte dieser Woche hatte die FR berichtet, dass die rechtsextreme Stiftung „Europa Terra Nostra“ zwei von ihr herausgegebene Bücher auf der Frankfurter Buchmesse präsentieren will und in diesem Rahmen auch Auftritte Voigts, des britischen Neonazis Nick Griffin und des wegen Mitgliedschaft in einer Terrorgruppe verurteilten Roberto Fiore aus Italien plane.

Die Buchmesse und der Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH (MVB) – Organisator der Gemeinschaftspräsentation, an der sich „Europa Terra Nostra“ beteiligt – hatten daraufhin betont, dass es derartige Auftritte auf der Buchmesse nicht geben werde.

Dabei bleibt die Sprecherin der Frankfurter Buchmesse GmbH, Katja Böhne, auch am Donnerstag: „Im Rahmen dieser Präsentation wird es keine Auftritte geben können. Es kann sie schon aufgrund unserer allgemeinen Geschäftsbedingungen nicht geben“, betonte Böhne.

Die beiden Bücher aus dem Verlag von „Europa Terra Nostra“ seien Teil einer Gemeinschaftsausstellung mit rund 250 Buchtiteln verschiedener Verlage. Das Konzept dieser Präsentation biete keinen Platz für begleitende Veranstaltungen.

Tatsächlich halten sich sowohl Udo Voigt als auch die Organisatoren von „Europa Terra Nostra“ weiterhin bedeckt, was Ort, Zeit und Umfang ihrer angestrebten Auftritte angeht. Gegenüber der FR hatte der Sprecher der Stiftung, Jens Pühse, erklärt, dass die Planungen noch nicht abgeschlossen seien. Was genau die Rechtsextremisten planen, bleibt vorerst offen. Eine Möglichkeit wären Auftritte auf dem Messegelände, aber abseits der Gemeinschaftspräsentation.  
Solche Versuche würden allerdings umgehend durch die Buchmesse-GmbH unterbunden werden, betont Pressesprecherin Katja Böhne: „Sobald wir davon erfahren, beenden wir das.“ Eines allerdings sei nicht möglich: Den Neonazis und ihren Anhängern den Zugang zum Messegelände gänzlich zu verwehren.

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