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Buchmesse Das Schönste, was es gibt

Bei spätsommerlichen Temperaturen zieht es auch in diesem Jahr Tausende von Menschen zur Frankfurter Buchmesse.

Buchmesse 2017
Im Labyrinth aus Bücherregalen. Foto: Michael Schick

Verstopfte Rolltreppen, Menschenmengen, die sich durch die Messehallen drängen und draußen Sonnenschein. Bei spätsommerlichen Temperaturen hat es auch in diesem Jahr wieder Tausende von Menschen an den Besuchertagen zur Frankfurter Buchmesse gezogen.

Einfach nur stöbern, Autogramme jagen oder sich Lesungen der favorisierten Autoren anzuhören, das vielfältige Programm bietet zahlreiche Möglichkeiten. Julia, aus der Nähe von Würzburg, die sich „schon immer für Literatur“ interessiert hat und seit Jahren regelmäßig zur Messe kommt, wie sie erzählt, freut sich darüber, wie die Messe sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt habe, „mit all den Cosplayern und Comics“. 

Sie hat sich gerade eine Lesung der österreichischen Schriftstellerin Stefanie Sargnagel auf der ARD-Bühne angehört. Als diese auf die Frage der Moderatorin, wie es ihr bisher auf der Buchmesse gefalle, antwortet, „ganz gut, nur geht mir die Präsenz der ganzen rechten Verlage ziemlich gegen den Strich“, applaudiert das Publikum. 

Die Typen mit Seitenscheitel von nebenan

Sargnagel berichtet, dass sich der Stand ihres eigenen Verlags in unmittelbarer Nähe zu einem dieser rechten Verlage befinde, an welchem sich ununterbrochen „breitschultrige Typen mit Seitenscheitel“ tummelten, „durch die ich mich auch wirklich bedroht fühle“. Um eine Stellungnahme zum Thema der Präsenz rechter Verlage gebeten, antwortet sie nach der Veranstaltung lediglich: „Alles anzünden!“

Ein paar Meter weiter, am Stand der ARD-Hörerbox, steht Oliver Rohrbeck, bekannt aus der Jugenddetektiv-Hörspielreihe „Die drei Fragezeichen“, und wartet darauf, live ein Hörspiel für den Hessischen Rundfunk einzusprechen. Er sei, erzählt er, immer sehr gerne auf der Buchmesse, schließlich sei für ihn „Lesen doch sowieso das Schönste, was es gibt“. 

Angesprochen auf die Einladung der rechten Verlage antwortet er: „Ich hab’ ne Dauerkarte beim FC St. Pauli und das ist ein Verein, der sich ganz klar gegen Rassismus und Homophobie ausspricht, dementsprechend ist für mich bei rechten Positionen wie denen der AfD sofort der Ofen aus.“ 

Neben Prominenten scheinen insbesondere die vielen sogenannten Cosplayer in ihren aufwendig und mit viel Liebe fürs Detail gestalteten Verkleidungen, die auf dem gesamten Messegelände zu sehen sind, zu den beliebtesten Fotomotiven zu gehören. So auch Sven Vößing aus Bad Homburg und Stefan Klotz aus Egelsbach, die sich als Asterix und Obelix aus dem Comic von René Goscinny und Albert Uderzo verkleidet haben und, wie sie selbst sagen, „dafür auch die passende Statur haben“.

Ihre Verkleidung komme sehr gut an bei den Besuchern, erzählt der als Obelix verkleidete Vößing. Allerdings sei das Vorankommen in den Messehallen dadurch auch manchmal gar nicht so einfach. Dennoch mache das Verkleiden Spaß, ergänzt Asterix-Kompagnon Klotz. „Die Leute freuen sich, wenn sie uns sehen, weil unser Anblick Kindheitserinnerungen weckt.“

Während das Vorankommen in den Messehallen zu teilweise genervten Gesichtern und entsprechender Stimmung führt, besticht die Situation im sonnendurchfluteten Innenhof des Messeareals geradezu durch seine entspannte und fast schon aufgeräumt wirkende Atmosphäre. An verschiedenen Ständen haben sich lange Schlangen gebildet, in denen sich geduldige Autogrammjäger stundenlang die Beine in den Bauch stehen, um sich ihr Lieblingsbuch signieren zu lassen.

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