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Kinderbücher auf der Buchmesse Frankfurt Angebote für die kleinen Leser

Wie lassen sich Kinder für Bücher gewinnen? Die FR macht auf der Buchmesse in Frankfurt einen Streifzug durch das Angebot für die Jüngsten.

Bücher allein reichen nicht mehr aus. Die Verlage entwickeln ganze Welten ums Buch. Foto: Peter Jülich

In Halle 3.0 türmen sich Kuscheltiere, beim Arena-Verlag malen Teenager mit Buntstiften ein Riesenmandala aus, die Firma Haba stellt neben Pappbilderbüchern für die Kleinsten auch ganze Puppenfamilien aus und der Beltz-Verlag grüßt schon von weitem mit seiner Erfolgsbilderbuchfigur, dem Grüffelo.

Was tun die Kinder- und Jugendbuchverlage dafür, die Aufmerksamkeit der Jüngsten, um die auch Filme, Tablet-Spiele und Smartphone-Apps konkurrieren, für sich zu gewinnen?

Bernard Urban, Vertreter bei der Oetinger-Verlagsgruppe, in der unzählige Klassiker von Astrid Lindgren oder Paul Maar erschienen sind, hat gleich mehrere Antworten parat. Zum einen, das springt am Stand ins Auge, hat auch Oetinger Merchandising vom Rezeptbuch bis zu Spielen oder Bastelzubehör im Angebot, „weil junge Leser heute immer gleich Fans sind“. Von den „Olchis“ etwa, zu denen sie dann auch ihren Kindergeburtstag thematisch gestalten können. Deshalb kreieren Oetinger und andere Verlage zu ihren Titeln „eigene Welten“, sagt Urban. Viel wichtiger als dieses Merchandising aber sei es, auch die neuen Medien für sich zu nutzen. So vertreibt Oetinger etwa gemeinsam mit Langenscheidt, Coppenrath, Thienemann-Esslinger, Beltz&Gelberg, Tulipan, Nord Süd, Annette Betz und Boje das sogenannte „Superbuch“, sprich eine App, die sich Kinder als interaktive 3D-Erlebniswelt aufs Tablet laden können – passend zum Lieblingsbuch. Denn das Allerwichtigste sei immer noch gutes Geschichtenerzählen.

Profi in dieser Hinsicht ist die Autorin Kirsten Boie, die gerade den Reporterinnen und Reportern des Münchner Kinderradios „Südpolshow 92.4“ Rede und Antwort steht. „Damit unsere Hörer wissen, warum Boies Buch ‚Thabo‘ im Dschungel spielt und nicht in der Stadt“, sagt der 10-jährige Johannes – der zwar eigentlich lieber Filme sieht, aber ebenso wie sein achtjähriger Kollege Alexander ein Faible für die „Percy Jackson“-Buchreihe hat.

Einfach gute Geschichten schreiben

Boie selbst sieht vor allem eine immer weiter aufklaffende gesellschaftliche Schere als Herausforderung: „Man sieht einerseits, dass immer mehr bildungsorientierten Eltern der Mittelschicht Lesen als wichtige Kompetenz bewusst geworden ist. Sie bemühen sich viel stärker als früher, ihre Kinder an Bücher heranzuführen.“ Kinder, in deren Elternhäusern andere Medien vorherrschten, seien hingegen viel schwieriger fürs Lesen zu begeistern. „In meiner Kindheit gab es nur Bücher, um in eine andere Realität als die eigene einzutauchen“ – das sei heute anders, „es gibt so viele, zugegeben auch spannende, Alternativen“. Sie könne als Autorin nur darauf reagieren, indem sie eben gute Geschichten schreibe, „mit einer Art Kind im Hinterkopf als Kontrollinstanz“.

Ganz im Sinne der 11-jährigen Johanna, die gerade mit ihrer Mutter durch die Halle 3 schlendert und auf die Frage, was sie gerne liest, die Sache auf den Punkt bringt: „Ich lese gerne spannende Bücher.“

Die findet man auch im Gastlandpavillon. Dort drängen sich Besucher etwa um den Stand von „Land in Sicht“. Die Traditions-buchhandlung aus dem Frankfurter Nordend verkauft Literatur von niederländischen und flämischen Autoren, rund 110 Titel. „Auch Kinder- und Jugendbücher verkaufen sich gut“, sagt Susanne Petzel von „Land in Sicht“.

Beim Vorlesen würden Eltern mit ihren Kindern interagieren. Der Blick in den Bildschirm könne das nicht leisten. Während Susanne Petzel erklärt, beantwortet sie geduldig die Fragen der Kunden, legt Bücher nach und passt auf, das nichts weg kommt. Denn nicht nur Lesen hat Tradition auf der Frankfurter Buchmesse, sondern auch Bücherschwund.

Ein Tisch mit Jugend- und Kinderliteratur aus den Gastländern steht zur Auswahl, in deutscher Übersetzung. Ganz groß sei das Interesse für die Kinder- und Jugendliteratur von Annie M. G. Schmidt, Thé Tjong King und Bart Moeyaert, sagt Petzel. Nicht nur die verkauften sich „ganz wunderbar“.

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