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Wie werde ich...? Rettungsassistent

Wenn Stephan Dönitz einen Noteinsatz hat, muss es schnell gehen. Er ist Rettungsassistent auf dem Hamburger Rettungshubschrauber «Christoph Hansa».

31.05.2010 09:23
Teamwork im Kampf um Leben und Tod: Der Rettungsassistent - hier rechts im Bild - versorgt Verletzte solange, bis der Arzt kommt. (Bild: Seeger/dpa/tmn)

Hamburg/Kiel. Wenn Stephan Dönitz einen Noteinsatz hat, muss es schnell gehen. Er ist Rettungsassistent auf dem Hamburger Rettungshubschrauber «Christoph Hansa».

Oft ist er der Erste am Einsatzort. Dann leistet Dönitz Herzmassagen, beatmet Unfallopfer oder versorgt ihre Verletzungen - solange, bis der Arzt kommt. «Wir wissen nie, was uns erwartet», erzählt der 43-Jährige.

Die Aussichten für Fachleute wie Dönitz sind gut, erläutert Marco König vom Deutschen Berufsverband Rettungsdienst in Kiel. «Wir steuern auf einen Mangel an Rettungsassistenten zu.» Und die Zahl der Rettungseinsätze zu Land, zu Wasser oder in der Luft nehme zu. Bewerber für die zweijährige Ausbildung müssen mindestens einen Hauptschulabschluss haben und volljährig sein. Außerdem dürfen sie keine Vorstrafen haben und müssen sich von einem Arzt attestieren lassen, dass sie gesund sind.

Stephan Dönitz hält außerdem Offenheit gegenüber allem Unbekannten für wichtig. Denn bei den Einsätzen begegnet einem alles Mögliche. Ob internistische, orthopädische oder psychische Notfälle - der Rettungsassistent behandelt sie alle.

Außerdem braucht es Geduld, wenn man bei einem 24-Stunden-Dienst auf seinen nächsten Einsatz wartet. «Es gibt Schichten, da passiert kaum etwas», erzählt Dönitz. Nach Angaben des Berufsverbands sind nur 20 Prozent der Einsätze von Rettungsassistenten Notfälle, den Großteil ihrer Arbeit verbringen sie mit Krankentransporten. Aber jeder Rettungsassistent weiß: Jede Minute kann sich die Ruhe in Hektik verwandeln, muss Entspannung hoher Konzentration weichen.

Das gilt auch nachts. «Der Schichtdienst ist natürlich belastend», sagt Dönitz, «vor allem, wenn man älter wird.» Auch die «schlimmen Fälle», wenn Menschen leiden oder sogar sterben, können belasten. «An gewisse Fälle gewöhnt man sich auch nach 20 Jahren Berufserfahrung nicht.» Da hilft es, sich nach dem Dienst mit Kollegen auszutauschen. Auch Notfallseelsorger sind für Rettungsassistenten da.

Bevor ein angehender Rettungsassistent auf Einsätze geschickt wird, muss er ein Ausbildungsjahr an einer Rettungsassistentenschule absolvieren. Zwei Praktika sollen auf die spätere Arbeit vorbereiten. Nach drei Monaten macht er meist schon die Prüfung zum Rettungssanitäter - der oft fälschlicherweise mit dem Beruf des Rettungsassistenten gleichgesetzt wird. «Der Tätigkeitsbereich des Rettungssanitäters ist aber weitaus geringer», erklärt Marco König. Rettungsassistenten schließen ihr erstes Lehrjahr mit dem Staatsexamen ab - sie sind später Vorgesetzte von Rettungssanitätern.

Im zweiten Jahr arbeiten die angehenden Nothelfer auf einer Lehrrettungswache. Dort erhalten sie nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft der Rettungsassistentenschulen Deutschlands (AgRD) zwischen 600 und 1100 Euro pro Monat. «Es gibt jedoch keine gesetzliche Verpflichtung, dass die Lehrrettungswachen einen Ausbildungslohn zahlen», sagt AgRD-Vertreter Ingo Kolmorgen.

Die theoretische Ausbildung im ersten Lehrjahr muss vom Schüler finanziert werden. «Die Schulgelder liegen bei etwa 300 Euro im Monat», erklärt Kolmorgen, der die Schule Med-Ecole in Kiel leitet. Fertige Rettungsassistenten verdienen 1700 bis 2300 Euro brutto im Monat. Höhere Gehälter sind drin, wenn sie sich weiterbilden. (dpa/tmn)

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