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Frankfurt Öko-Tower 185

13 Jahre hat es bis zum Spatenstich gedauert: "Tower 185" wird das erste Hochhaus im neuen Europaviertel sein - und obendrein ein neuer Maßstab im ökologischen Bauen. Von Claus-Jürgen Göpfert

Entwurf des Towers im Europaviertel. Foto: Vivico

Bevor die Oberbürgermeisterin zum Spaten greift auf der "größten Baustelle Mitteleuropas", denkt sie noch einmal zurück. An die letzten Wochen des Jahres 1995, als sie gerade Stadtoberhaupt geworden war. Und die damalige Bundesbahn die Kommune wissen ließ, dass man sich vom traditionsreichen Gelände des Hauptgüterbahnhofs zurückziehen werde.

Roth nimmt für sich in Anspruch, die Idee eines neuen Stadtteils dort mit entwickelt zu haben. "Wir haben uns damals richtig entschieden, lieber Edwin!", ruft sie Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU) zu.

Und sticht dann den Spaten in die Erde - zum symbolischen Baubeginn für den "Tower 185", das erste Hochhaus im neuen Europaviertel. Dieses 185 Meter hohe Gebäude, das deutschlandweit ein ökologisches Modell werden soll, belegt, dass man in der Stadtplanung einen langen Atem braucht.

Erst jetzt, nach mehr als zehn Jahren, beginnt das riesige Brachgelände südlich der Frankfurter Messe sich tatsächlich zu beleben. Die große Baugrube für das Büro-Hochhaus soll bis Ende Februar 2009 fertig ausgehoben sein, Ende 2011 zieht als Ankermieter die große Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) dort ein.

60.000 Quadratmeter der insgesamt 97.000 Quadratmeter Bürofläche hat PwC bereits angemietet. Die Mitarbeiter, die jetzt noch auf mehrere Standorte in Frankfurt verstreut sind, arbeiten dann dort unter einem Dach. Tatsächlich ist der Entwurf des Frankfurter Architekten Christoph Mäckler für den "Tower 185" ökologisch ehrgeizig. "Mindestens 25 Prozent" der Energiekosten eines "normalen" Hochhauses will Mäckler einsparen, wie er sagt.

Umweltfreundliches und nachhaltiges Bauen

Das Gebäude soll eine Zertifizierung des internationalen Gütesiegels LEED (Leadership in Energy and Environmental Design) erreichen. LEED definiert Standards für umweltfreundliches, ressourcenschonendes, nachhaltiges Bauen. Mäckler zieht gegen die Glasfassaden der herkömmlichen Bürohochhäuser zu Felde. "Verglaste Hochhäuser sind Energieschleudern", sagt er. Mit sehr viel Aufwand müsse man im Sommer die sich immens aufheizenden Türme herunterkühlen. Der "Tower 185" mit seinen 50 Geschossen besitzt eine Naturstein-Fassade.

Mäckler bekennt sich aber auch dazu, bewusst im Stadtzentrum zu bauen - wobei er die Messenähe großzügig so definiert. "Hauptsache, nicht in Eschborn auf der grünen Wiese", lautet sein Motto, das Beifall und Gelächter unter den Hunderten von Ehrengästen aus Politik und Wirtschaft hervorruft. Der sechs Etagen hohe Sockel des Turmes bekommt sogar städtische Schieferdächer - auch das ist eine Premiere in Frankfurt.

Wer sich zu Fuß der Baustelle nähert, erfährt freilich, dass es bis zum urbanen Leben im Europaviertel noch ein weiter Weg ist. Der nahe Güterplatz ist trist, es gibt viel viel öde Fläche - es braucht eben einen langen Atem in der Stadtplanung.

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