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"Ein kleines bisschen Sicherheit …"

4400 Milliarden Euro Geldvermögen hatten die Deutschen am Ende des Finanzkrisenjahres 2008, meldete die Bundesbank. Als wichtigstes Kriterium ihrer

13.11.2009 09:11

4400 Milliarden Euro Geldvermögen hatten die Deutschen am Ende des Finanzkrisenjahres 2008, meldete die Bundesbank. Als wichtigstes Kriterium ihrer Geldanlage nennen die meisten "Sicherheit". Und das erfüllen offenbar für viele Termingeld, Spar- und Sichteinlagen am besten. Denn vierzig Prozent ihres Geldvermögens, in Zahlen 1743 illiarden Euro, horten die Deutschen in diesen Anlagen oder gleich bar im Sparstrumpf. "Dieses Anlegerverhalten war für 2008 gar nicht so schlecht", meint Markus Ross, Vorstand der Ceros Vermögensverwaltung AG in Frankfurt, "Doch 2009 verpasste man mit dieser Strategie die Börsenrally, und ab 2010 wird die Inflation steigen - dann sieht es mit der Rendite bei Festgeld schlecht aus." Diese Geldanlagen bieten nominal zwar weiterhin "Sicherheit", real aber knabbert die Inflation am Vermögen.

Ein weiteres knappes Drittel ihres Geldvermögens, genau 1263 illiarden Euro, vertrauen die Deutschen Versicherungen an - auch zur Geldanlage als Kapital-Lebens- oder Rentenversicherung. "In der Vergangenheit machten Steuervorteile diese Produkte attraktiv", meint Diplom-Volkswirt Markus Ross, "doch mittlerweile sind die Steuervorteile gering, die Produkte bieten magere Renditen, sind völlig intransparent und unterliegen in ihrer Anlagestrategie rechtlichen Restriktionen." Privatanleger sollten das Produkt "Versicherung" nur nutzen, wenn sie wirklich dessen spezifische Dienstleistung wollen, sprich: Lebensrisiken absichern, etwa in Form der Haftpflicht oder der Berufsunfähigkeitsversicherung.

Als "risikoarm" wird die Anleihe gern gesehen. Doch wie die Finanzkrise zeigte, müssen Anleger vor dem Kauf unbedingt auf den Emittenten und dessen Finanzstärke achten. Staaten, Bundesländer, Kommunen, Institutionen und Unternehmen geben Anleihen heraus. Als Leitlinien zur Orientierung bewerten Ratingagenturen deren Bonität, also ihre voraussichtliche Rückzahlungsfähigkeit, mit Noten von einem dreifachen A, der Bestnote, bis zum D für Bankrott. Markus Ross, der Anleger seit 1982 erfolgreich berät, urteilt: "Da wir in Zukunft steigende Inflationsraten erwarten, empfehlen wir derzeit kurzlaufende Anleihen - sonst sind Verluste programmiert."

Gegen Verluste durch Inflation können sich Anleger nur durch Sachwerte schützen: durch Investments in Immobilien, Rohstoffe oder Aktien schützen. Auch hinter Aktien stecken Sachwerte zum Anfassen wie Immobilien, Maschinen, Fabriken, aber auch Marken und Rechte. "Allerdings sollten Privatanleger mit einem Vermögen unter 100 000 Euro keine Einzeltitel kaufen, sondern Fonds bevorzugen", rät Markus Ross, der 1990 die Frankfurter Vermögensverwaltung Ceros gegründet hat. Am sinnvollsten ist es, sich zwei bis drei Fonds zu suchen, deren Anlagestrategie der eigenen Zukunftseinschätzung entspricht. Etliche bankenunabhängige Vermögensverwalter haben eigene Fonds aufgelegt, gelistet sind sie zum Beispiel auf der Homepage des Fachverbandes www.vuv.de. In monatlichen Übersichten und jährlichen Rechenschaftsberichten geben sie Auskunft über ihre Strategie, ihre zukünftige Markteinschätzung und natürlich die Wertentwicklung des Fonds. "Am besten ist es, global agierende Fonds mit guter Historie von verschiedenen Anbietern zu kaufen, dann aber über ein bis zwei Jahrzehnte zu halten", meint Markus Ross und erklärt: "Der Fondsmanager reagiert auf aktuelle Ereignisse und schichtet um - das müssen Anleger dann nicht mehr selbst tun." Das spart Mühe, Zeit, Gebühren sowie Steuern und ist am Ende meist erfolgreicher als eigenes Agieren - das oft mehr von Angst als von Wissen getrieben ist.

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