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Amok-Flug Todespilot aus Wut auf die Steuerbehörde

Im US-Bundesstaat Texas steuert ein Mann offenbar mit voller Absicht ein Kleinflugzeug in ein Bürogebäude. In einem Abschiedbrief drückt der Todespilot seinen Unmut über die amerikanische Regierung aus.

18.02.2010 20:02
Ein Kleinflugzeug stürzt in ein Bürogebäude in der texanischen Hauptstadt Austin. Das vierstöckige Haus gerät in Brand (18.02.2010). Foto: rtr

Washington. Ein mutmaßlicher Selbstmörder ist am Donnerstag mit seinem Kleinflugzeug in ein Bürohochhaus im texanischen Austin geflogen. Die Maschine ging in einem Feuerball auf. Mindestens zwei Menschen wurden ins Krankenhaus gebracht. Bis zum Nachmittag (Ortszeit) wurde ein weiterer Büromitarbeiter vermisst.

Der Todespilot hatte zuvor sein Haus angezündet. Er hinterließ einen Abschiedsbrief im Internet. Das Weiße Haus in Washington ging nicht von einem Terrorakt aus.

Ermittler identifizierten den Piloten als Joseph Stack. Auf einer Internetseite drückte Stack in einer sechsseitigen Botschaft seinen Unmut über die amerikanische Regierung aus, vor allem aber über die Steuerbehörden. Seine Wut richtete sich auch gegen zahlreiche andere, darunter seine Frau und die Kirche.

Nach Polizeiangaben hatte Stack am Vormittag sein eigenes Haus angezündet und war dann zum Airport gefahren, um sein Kleinflugzeug vom Typ Piper Cherokee PA-28 zu holen. Gegen 11.35 Uhr steuerte er die Maschine auf das siebenstöckige Gebäude zu, in dem rund 200 Menschen arbeiten.

"Es sah aus, als ob das Flugzeug direkt in mein Fenster fliegt", sagte der Finanzbeamte William Winnie der Zeitung "Austin Statesman". Kurz vor dem Einschlag habe die Maschine dann abgedreht und sei in ein unteres Stockwerk gerast. Das ganze Gebäude sei durch die Explosion erschüttert worden, berichteten Augenzeugen. Manche hätten zuerst an ein Erdbeben gedacht.

Andere berichteten, der Pilot habe das Flugzeug offensichtlich unter Kontrolle gehabt, als er es in das Haus lenkte. "Es krachte hinein und der Motor lief auf vollen Touren", sagte ein Pilot dem TV-Sender "ABC News". "Das Flugzeug schien keine Probleme zu haben."

Obwohl weder das Weiße Haus noch das US-Heimatschutz-Ministerium von einem Terrorakt ausgingen, aktivierte das Pentagon zwei Kampfflieger, um den Luftraum über der Unglücksstelle abzusichern.

Weitere Häuser und geparkte Fahrzeuge waren von Flugzeugtrümmern getroffen worden. Den Behörden zufolge kamen die Anwohner aber mit dem Schrecken davon. (dpa)

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