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Porträt Vorkämpferin der Einheit: Inés Arrimadas

Die Juristin Inés Arrimadas ist die leuchtende Hoffnung der Unabhängigkeitsgegner in Katalonien. Die 36-jährige Oppositionschefin ist strikt gegen eine Abspaltung der Region von Spanien. Gelingt ihr bei der Wahl zum Regionalparlament eine Sensation?

21.12.2017 12:42
Von Carola Frentzen, dpa
Ines Arrimadas
Ines Arrimadas, Vorsitzende der der Volkspartei PP in Katalonien, hält bei einer Demonstration für die Einheit Spaniens in Barcelona eine Herz-Plakette. Foto: Paco Freire/Archiv

In Europa gab es kaum ein komplizierteres Amt als das, was Inés Arrimadas zuletzt bekleidete: Oppositionsführerin in der spanischen Krisenregion Katalonien.

Aber mit ihren deutlichen Stellungnahmen gegen die Unabhängigkeitsbestrebungen der Regionalregierung und wortgewandten Angriffen auf Ex-Präsident Carles Puigdemont hat sich die erst 36-jährige Politikerin in den Wochen vor der Neuwahl nicht nur zur Hoffnungsträgerin der Gegner einer Abspaltung, sondern zuletzt sogar zu einer Favoritin auf den Sieg gemausert.

Nach Umfragen konnte sie mit ihrer liberalen Partei „Ciudadanos“ (Bürger) sogar mit der linksnationalistischen Esquerra Republicana de Catalunya (ERC) gleichziehen, einem der stärksten Vertreter des Separatismus. Dabei ist Arrimadas selbst gar keine Katalanin, sondern sie stammt aus dem südspanischen Andalusien. Dort wurde sie 1981 als jüngstes von fünf Geschwistern geboren.

Arrimadas studierte in Sevilla Jura und Betriebswirtschaft, verbrachte ein Jahr in Nizza und ging anschließend nach Barcelona, wo sie als Unternehmensberaterin arbeitete. 2011 wurde sie Mitglied von Ciudadanos und errang bei der Regionalwahl 2012 erstmals einen Sitz im Parlament. Seit 2015 ist sie Fraktionsvorsitzende.

Schon jetzt gilt Arrimadas als Shootingstar der spanischen Politik - wenn sie es nun schafft, als Regionalpräsidentin aus der Neuwahl hervorzugehen und die unter Zwangsverwaltung aus Madrid stehende Autonome Gemeinschaft wieder zur Normalität zu führen, wäre das eine Sensation.

„Meine Eltern, Geschwister und Neffen leben in Andalusien. Ich werde es nicht erlauben, dass sie einen Pass benötigen, um mich besuchen zu kommen“, rief sie im Oktober kämpferisch ihren Anhängern zu. Den Unabhängigkeitsbeschluss des Parlaments unter Führung Puigdemonts nannte sie einen „angekündigten Putsch, einen Angriff auf die Demokratie, auf das Parlament, auf Spanien und auf die Europäische Union“.

„Inés Arrimadas könnte Geschichte schreiben“, meinte die Zeitung „El Independiente“ zuletzt. Kommentatoren nennen sie längst die „Vorkämpferin der schweigenden Mehrheit“. Damit sind die zahlreichen Katalanen gemeint, die gegen die Unabhängigkeit der Region sind, aber lange Zeit stillgehalten hatten. Arrimadas hofft, dass sie nach dem politischen Chaos der vergangenen Monate in Massen an die Urnen gehen.

(Von Carola Frentzen, dpa)

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