25. Februar 20172°C Frankfurt a. M.
Lade Inhalte...

Zwangsarbeit in Frankfurt Erinnerung an KZ-Zwangsarbeiter

Ein neuer Förderverein will eine Gedenk- und Bildungsstätte in den Adlerwerken einrichten. Die Gedenkstätte soll in einem leerstehenden, etwa 150 Quadratmeter großem Raum im Gallus-Theater eingerichtet werden.

Gedenkbinden-Aktion „Mitten unter uns“. Foto: Rolf Oeser

In dieser Woche wurde im Gallus-Theater der Förderverein für die Errichtung einer Gedenk- und Bildungsstätte „KZ-Katzbach“ in den Adlerwerken und zur Zwangsarbeit in Frankfurt gegründet. Wie der Verein bekanntgibt, soll mit der geplanten Stätte an das Außenlager des Konzentrationslagers Natzweiler/Struthof erinnert werden. Zu den zwölf Gründungsmitgliedern des Vereins gehören Renate Wolter-Brandecker (SPD), Joachim Brenner vom Förderverein Roma, Gallus-Theater-Leiter Winfried Becker, Ortsbeiratsmitglied Kai-Oliver Tiffany (Linke) sowie die Künstlerin Stefanie Grohs, die in diesem Jahr mit dem Projekt „Mitten unter uns“ im öffentlichen Raum an die KZ-Opfer erinnert hat.

Vorsitzender des Vereins ist der ehemalige Gewerkschaftssekretär des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Horst Koch-Panzner, auf den auch die Idee für die Gründung des Fördervereins zurückgeht. Ziel des Vereins ist nach Koch-Panzners Angaben auch, verschiedene Initiativen zu bündeln, die sich in der Vergangenheit für eine Gedenk- und Bildungsstätte eingesetzt haben, wie etwa der Verein Leben und Arbeiten im Gallus und Griesheim sowie der von diesem im Jahr 1996 gegründeten Initiative gegen das Vergessen.

Die Gedenkstätte soll Koch-Panzner zufolge in einem leerstehenden, etwa 150 Quadratmeter großem Raum im Gallus-Theater eingerichtet werden. Der Vorsitzende schätzt die jährlichen Fixkosten auf etwa 50 000 Euro. Wie teuer der Aufbau werden soll, ist noch unklar und hängt vom Aufwand ab. Zusammen mit Wissenschaftlern und Pädagogen soll in den kommenden Jahren ein Konzept für eine Ausstellung und die Bildung erarbeitet werden. Daran sollen auch das Fritz-Bauer-Institut und die Bildungsstätte Anne Frank beteiligt werden.

Horst Koch-Panzner hat sich in seiner Zeit beim DGB mit den Themen Antifaschismus und Geschichte beschäftigt und dabei auch mit ehemaligen Zwangsarbeitern sowie Widerstandskämpfern der NS-Zeit Kontakt gehabt. Die Gedenkstätte wird bereits seit mehreren Jahren vergeblich gefordert.

Die Stadt Frankfurt unterstützt das Gedenken in Form von Kunstaktionen. Nach Margarete Rabow und Stefanie Grohs sollen in den kommenden beiden Jahren die Künstler Naneci Yurdagül und Barak Reiser das Erinnerungsprojekt fortsetzen. Yurdagül will unter dem Titel „o.T. – katzbach“ Texttafeln mit Zitaten überlebender Häftlinge im Stadtbild präsentieren, Baraks Projekt im Jahr 2017 soll „Schatten und Zeichen“ heißen. Die Stadt fördert die Aktionen mit 20 000 bis 25 000 Euro pro Jahr.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Kontakt
  • Wir über uns
  • Impressum