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Zukunft geklärt Max-Planck-Institut zieht auf Kulturcampus

Die Wünsche der Bürger zur Zukunft der alten Druckerei an der Sophienstraße wurden nicht berücksichtigt.

Dondorf Druckerei
1873 eröffnete die Druckerei Dondorf Ecke Sophienstraße und Senckenberganlage in Bockenheim. Foto: Christoph Boeckheler

Dieses Haus kündet noch von der alten Industriegeschichte Bockenheims: die 1890 erbaute Dondorfsche Druckerei an der Sophienstraße. Jetzt werden die Weichen gestellt für die Zukunft des 3800 Quadratmeter großen Grundstücks. Das Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik will vom Westend dorthin umziehen. Dafür wird die alte Druckerei nicht nur völlig entkernt und umgestaltet, sondern auch durch einen Neubau ergänzt. 

Es ist eine Nutzung, die zum lange angestrebten Ziel passt, auf dem alten Universitäts-Gelände einen Kulturcampus zu etablieren. Nur dass die Bürger vor Ort mit ihren Wünschen außen vor bleiben: Eine Initiative hatte über Jahre eigene Vorstellungen entwickelt – sie reichten vom generationenübergreifenden Wohnen bis hin zu einem Industriemuseum. 

Geplant sind Konzerte, Vorträge und Führungen

„Der Dialog mit den Bürgern ist nicht so groß dagewesen“, gibt Julia Intemann zu, die Baukoordinatorin des Instituts für empirische Ästhetik. Dafür verspricht sie aber: „Wir werden den Bockenheimern etwas zurückgeben mit unseren Veranstaltungen.“ Geplant sind Konzerte, wissenschaftliche Vorträge und Führungen über das Gelände. Das 2013 gegründete Institut forscht nach eigener Darstellung zu den „Grundlagen ästhetisch wertenden Wahrnehmens und Erlebens“. 

Die gegenwärtig 130 Mitarbeiter sind im „Westend-Carree“, Grüneburgweg 14, untergebracht. Das Institut wächst jedoch beständig weiter. So soll zu den drei bestehenden Abteilungen in Kürze eine vierte hinzukommen. Das dreiköpfige Direktorium des Instituts begrüßt in einer gemeinsamen Erklärung den künftigen Standort als „ideal“. Da ein Fokus der Forschung auf den performativen Künsten liege, biete sich dort die Möglichkeit einer engen Vernetzung mit anderen Kultureinrichtungen. 

Gegenwärtig nutzt noch der Fachbereich Kunstpädagogik der Goethe-Universität die alte Druckerei. Er ist dort bereits seit dem Jahr 1971 untergebracht. 

Im Jahr 2021 sollen die Kunstpädagogen auf den neuen Universitäts-Campus im Westend umziehen. 2023/24 will das Institut für empirische Ästhetik dann nach Bockenheim wechseln. Allerdings haben sich die Umzüge vom alten auf den neuen Campus schon in der Vergangenheit häufig verzögert. Dessen ungeachtet schreibt das Institut für empirische Ästhetik jetzt einen Wettbewerb für das künftige Quartier in Bockenheim aus. Anfang Oktober soll eine Jury den Preisträger küren. Stadt Frankfurt und Land Hessen sind in diesem Gremium vertreten. Die künftige Nutzfläche von 5400 Quadratmetern auf dem Druckerei-Gelände soll ein Drittel größer sein als im heutigen Domizil im Westend. 

Die alte Dondorfsche Druckerei war im Zweiten Weltkrieg zum Teil zerstört worden. Das Gebäude ist heute nicht denkmalgeschützt, was die weitgehende Entkernung erlaubt. Die bauliche Qualität des vierten Stockwerks, das nach dem Zweiten Weltkrieg provisorisch wieder aufgestockt worden war, soll nicht sehr gut sein. Die Bürgerinitiative „Zukunft Bockenheim“ hatte gehofft, dass „die Zukunftsinteressen des Stadtteils und seiner Bürger nicht untergehen“ würden auf dem Druckerei-Gelände. Die Gruppe wolle auf Stadt und Land Hessen „einwirken“, um zu einer zukunftstragenden Lösung im Sinne des Stadtteils zu kommen. 

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