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Zukunft der Caricatura „Führendes Haus in Deutschland werden“

Der frühere Frankfurter Kulturdezernent Hans-Bernhard Nordhoff fordert ein selbstständiges Karikaturenmuseum - und ergreift Partei für Achim Frenz.

Caricatura
Im Zentrum des Streits: Achim Frenz, heute Abteilungsleiter des Historischen Museums. Foto: Alex Kraus

Die Grünen im Römer und Die Fraktion haben Anträge für ein eigenständiges „Caricatura-Museum“ in Frankfurt vorgelegt. Die Römer-Koalition wird das Thema freilich auf die Zeit nach den Sommerferien vertagen, die am 21. Juni beginnen. Der frühere Frankfurter Kulturdezernent Hans-Bernhard Nordhoff (SPD) plädiert im Gespräch mit der FR entschieden für ein selbstständiges Karikaturenmuseum.

Nordhoff war von 1998 bis zu seiner Abwahl durch CDU und Grüne im Jahr 2006 Kulturdezernent in Frankfurt. Er erinnert daran, dass er 2000 den heutigen Leiter der Abteilung Caricatura im Historischen Museum, Achim Frenz, eingestellt habe. „Die Zielrichtung war damals bereits ein eigenständiges Karikaturenmuseum“, betont der Sozialdemokrat.

Nordhoff berichtet von einem Treffen in dieser Zeit, an dem die Frankfurter Karikaturisten Chlodwig Poth, F.K. Waechter, Hans Traxler und Robert Gernhardt teilgenommen hätten. Auch Frenz sei dabeigewesen. Als Standort des neuen Museums habe er, so Nordhoff, damals ein städtisches Haus an der Braubachstraße ins Auge gefasst. Nach seiner Abwahl 2006 habe die Stadt diese Räume dann dem Fotografie-Forum zur Verfügung gestellt.

Ein eigenständiges Caricatura-Museum werde „das führende Haus in Deutschland werden“, prophezeit der ehemalige Kulturdezernent. Wenn der Leiter des Historischen Museums, Jan Gerchow, behaupte, die Eigenständigkeit mache die Caricatura teurer, sei das „Unsinn“.

Nordhoff fordert von den heutigen Kommunalpolitikern und damit auch von Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD), Achim Frenz „nicht länger zu gängeln“. Stattdessen müsse der Ausbau des Museums vorangetrieben werden. Nordhoff und Frenz kennen sich aus Kassel. 1987 hatte Frenz in seiner nordhessischen Heimatstadt in einer großen Halle die erste deutsche Übersichtsausstellung für Karikatur organisiert. Mehr als 18.000 Besucherinnen und Besucher kamen. Sein Unterstützer auf Seiten der Kommune war der damalige Kasseler Kulturreferent Hans-Bernhard Nordhoff.

Die Fraktion im Römer fordert vom Magistrat, zu prüfen und zu berichten, wie ein selbstständiges Caricatura-Museum geschaffen werden kann. Die Stadtregierung solle dazu einen „skizzenhaften Fahrplan vorlegen“. Auch die Grünen beantragen die Unabhängigkeit des Hauses.

Doch insbesondere bei der SPD als Partner in der Römer-Koalition ist die Skepsis deutlich zu spüren. „Wir müssen wissen, woher das Geld für ein eigenständiges Museum kommen soll und wie hoch die entstehenden Kosten sein werden“, sagt die SPD-Fraktionsvorsitzende Ursula Busch im Gespräch mit der FR. Sie stellt auch die Frage, ob die Eigenständigkeit „eine so große Verbesserung“ bringen werde. Die SPD werde die Anträge von Grünen und Fraktion prüfen und dann entscheiden. Michael zu Löwenstein, der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Römer, sagt immerhin: „Wir stehen der Diskussion offen gegenüber.“ Man müsse jetzt in der Koalition beraten.

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