Lade Inhalte...

Zoo Frankfurt Waldhunde piesacken Brillenbären

Im Frankfurter Zoo sind vier südamerikanische Waldhunde eingezogen - in eine WG mit Brillenbären. Da wird es auch mal Ärger unter den Mitbewohnern geben. Ein bisschen zumindest.

Zoo
Der Waldhund hält nach seinen Artgenossen im Zoo Ausschau - oder nach einem Brillenbären zum Ärgern. Foto: KUS

Es sind kleine Gauner. Das sagt zumindest Zoodirektor Manfred Niekisch. Und der kennt seine Pappenheimer schließlich. So eben auch die vier Neubewohner, die südamerikanischen Waldhunde. Und die schrecken nicht davor zurück, auch mal ganz gaunerhaft einen Brillenbären zu provozieren. Nicht so nett, könnte man meinen, schließlich sind die vier Waldhunde gerade erst im Zoo bei den Bären ins Gehege eingezogen. Da könnte man ein wenig höfliche Zurückhaltung erwarten. Aber die Gauner ärgern nun mal gerne – und beim Brillenbär kann es dann schon mal sein, „dass er zeigen will, wer der Stärkere ist“, sagt Niekisch. Dann heißt es für die Gauner: abhauen. Immerhin ist der Brillenbär zehnmal so schwer. Mindestens.

Die vier Waldhunde aus dem Zoo von Mulhouse in Frankreich haben deshalb im Ukumari-Gehege im Frankfurter Zoo Verstecke eingebaut bekommen. Zwei Betonröhren im Boden. Für den Fall, dass es nicht immer harmonisch abläuft zwischen den WG-Bewohnern Brillenbär und Waldhund. „Mit ernsthaften Auseinandersetzungen rechnen wir aber natürlich nicht“, sagt Niekisch. Wenn mehrere Arten zusammen gehalten werden, dann gehe es um „Verhaltensanreicherung“. Um Anreize für die Tiere, um Beschäftigung. Und wem sollte der Brillenbär sonst zeigen, wer der Stärkste im Land ist. Oder vielmehr im Gehege.

Wildhunde gelten als potenziell gefährdet

Die vier Waldhunde sind bereits im Oktober in Frankfurt angekommen. Aber sie mussten zunächst in Quarantäne, dann in die Eingewöhnung hinter den Kulissen im Ukumari-Land. Nun können Besucher die kleinen Wildhunde in der Außenanlage zu Gesicht bekommen – zuletzt war das im Jahr 2000 möglich. Seitdem gab es keine Waldhunde mehr im Frankfurter Zoo.

In freier Natur leben die Tiere in der Nordhälfte Südamerikas. Auch wenn das Verbreitungsgebiet groß ist, so gelten sie laut der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als potenziell gefährdet. Sie leben in sumpfigen Gebieten an den Ufern von Flüssen und Seen – und haben deshalb Schwimmhäute zwischen den Zehen: Sie sind gute Schwimmer und Taucher.

So majestätisch wie der verwandte Wolf kommt der Waldhund nun nicht daher. Klein, gedrungen, mit kurzem Schwanz mag er eher an eine Mischung aus Marder und Dackel erinnern – aber dafür ist er ganz schön akrobatisch. Oder vielmehr sie. Denn die Weibchen schwingen sich fast bis zum Handstand auf, um möglichst weit oben am Baum markieren zu können. Bühnenreife Leistung. Die könnte in Frankfurt allerdings nur ein Tier zeigen: Drei der vier Waldhunde sind männlich.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Zoo Frankfurt

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen