Lade Inhalte...

Zoo Frankfurt Peta zeigt Zoo wegen Tierquälerei an

Die Tierrechtsorganisation Peta kritisiert, dass Pelikanen, Flamingos und Gänsen die Flügel beschnitten würden und nennt das Verhalten „tierquälerisch“.

Rosapelikan-Trio
Das Rosapelikan-Trio im Frankfurter Zoo: berühmt für gelegentliche Ausreißversuche, aber stets zu Fuß. Foto: Chris Hartung

Von „Verstümmelung“ spricht die Tierrechtsorganisation Peta: Sie wirft dem Frankfurter Zoo sowie 19 anderen deutschen Tierparks vor, Vögel durch regelmäßiges Beschneiden und Amputationen flugunfähig zu machen. Gegen die 20 Einrichtungen habe Peta in dieser Woche Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gestellt, teilten die Tierschützer am Mittwoch mit.

„Tierquälerisch“ nennt Peta den Umgang mit Pelikanen, Flamingos und Gänsen in der Pressemitteilung. Der Verein fordert „das Ende der systematischen Verstümmelung von Vögeln in zoologischen Einrichtungen“ und grundsätzlich auch das Ende der Haltung dieser Tiere in Gefangenschaft. Die meisten Behörden und Bundesländer drückten „beide Augen zu“, kritisiert Peta-Referentin Yvonne Würz: „Den Wasservögeln wird auf grausame Art und Weise ihre natürliche Fortbewegung verwehrt, nur um sie den Besuchern in Freianlagen nett zu präsentieren.“ Das sei, „als würde man einem gesunden Menschen die Fähigkeit zum Laufen nehmen“.

„Wird längst nicht mehr praktiziert“ 

Dass etwa Rosapelikanen in Frankfurt Flügelteile amputiert wurden, bestätigt Zoodirektor Manfred Niekisch. „Das war allerdings in früheren Jahren, sehr lange vor meiner Zeit.“ Durchaus möglich, sagt er, dass auch unter den Flamingos noch Tiere seien, die man auf solche Weise einst am Fliegen gehindert habe. „Aber heute ist das, Gott sei Dank, verboten und wird bei uns längst nicht mehr praktiziert.“

Der Zoo habe eine ganze Reihe von Vogelarten abgeschafft – genau aus dem Grund, dass es ein starker Eingriff in die Natur der Vögel sei, ihnen das Fliegen zu verwehren. „Und was von selbst hereinfliegt, ist uns willkommen“, sagt Niekisch. Für die Zukunft plane man in Frankfurt, „stärker in Richtung Freiflugvolieren zu denken“ oder etwa die Anlaufwege zu verkürzen: „Große Vögel brauchen viel Anlauf, sonst können sie nicht abheben.“

Amputation sind heute strikt verboten 

Niekisch und sämtliche anderen befragten Behördenvertreter hatten bis Mittwoch nur durch die Pressemitteilung von Petas Strafanzeigen erfahren. So auch Madeleine Martin, die Tierschutzbeauftragte der hessischen Landesregierung. Sie sagt: „Wir müssen unterscheiden, geht es Peta um die Altfälle, oder haben Zoos etwa frisch amputiert?“ In der Tat hätten die Tierparks viele Jahre lang Flügel gekappt. Heute sei Amputation strikt verboten. „Die Definition ist: Wenn Blut fließt, ist es nicht statthaft.“

Demzufolge wäre es tolerierbar, wenn Federn beschnitten werden, die nachwachsen. Peta widerspricht: Das Verbot gelte auch für vorübergehende Maßnahmen, sagt Yvonne Würz. Dass in Frankfurt geschnitten worden sei, könne jeder daran erkennen, dass die Flamingos nicht wegflögen. Die Tierrechtler verlangen, dass die Haltung dieser Vögel beendet wird. Auch große Volieren könnten allenfalls eine Übergangslösung sein.

Das Frankfurter Ordnungsamt hat nach eigenen Angaben ein Auge auf die Vögel. „Unsere Veterinäre sind regelmäßig im Zoo und überprüfen die Haltungsbedingungen“, sagt Sprecher Ralph Rohr. Bisher sei es nie zu Beanstandungen gekommen.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Zoo Frankfurt

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum