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Zoo Frankfurt Mehr Platz für Frankfurter Löwen

Die neue Löwenanlage des Zoos wird konkret: Doppelt so viel Platz, Baubeginn 2020. Und die Löwen haben sich derweil richtig lieb.

Löwe
Kumar, der neue Chef im Katzendschungel, wirkt derzeit öfter mal etwas erschöpft. Foto: Christoph Boeckheler

Wenn im Zoo riesige Löwen frei herumlaufen, auf zwei Beinen, ist das nicht nur für kleine Menschenjungen eine nervliche Herausforderung. Auch Kumar, Asiatischer Löwe auf vier Beinen und neuer Herrscher im Katzendschungel, kann es nicht leiden, wenn ihn jemand überragt.

Daher, erklärt Zoodirektor Manfred Niekisch, muss Trevor am Montag beim Pressetermin draußen bleiben. Trevor ist das Maskottchen des Eishockey-Klubs Frankfurter Löwen, ein Mensch im Kostüm einer Großkatze, so groß, dass Niekisch ergänzt: „Besser gesagt, nicht Maskottchen – eher Maskott.“

Trevors Revier ist die Eissporthalle. Von dort unterstützt er mit seinem Verein seit vier Jahren die Namensvettern im Zoo dabei, ein größeres Gehege zu erhalten. 22 000 Euro Spenden haben die Eis-Löwen gesammelt – mit gemischten Gefühlen, sagt Geschäftsführer Stefan Krämer. Schließlich geht es darum, die Zoo-Löwen vom Eise zu befreien. „Und das ist ja unser Element.“

Die Sache ist die: Halbrund ums Außengehege der Löwen im Zoo führt ein Wassergraben. Der pflegt winters zu Eis zu werden. Misslich für die Löwen: Sie müssen dann drinnen bleiben. Zudem nimmt der Graben Platz weg. Drum hegt der Zoo seit Jahren Pläne, die Anlage umzubauen – jetzt wird’s konkret. Motto: „Macht Platz für den König!“

Der Wassergraben wird trockengelegt. Dann ist er – richtig - ein Trockengraben und das Gehege doppelt so groß wie vorher: 930 Quadratmeter. „Ein Gewinn für alle“, sagt Kulturdezernentin Ina Hartwig: „Platz für Löwen, schöne Einblicke für Menschen.“ Der Graben soll spannend gestaltet werden, Besucher können aus mehreren Winkeln blicken; auch unten in den Graben, fast wie bei den Robben, sagt Niekisch und flachst: „Nur ohne Wasser, da bitten wir um Nachsicht.“

Verknallte Großkatzen

Was sagen Zarina und Kumar dazu, die Bewohner? Haben anderes im Kopf. Sind verknallt. Vor sechs Wochen zog Kumar ein, seitdem: ein Herz und eine Mähne. „Seit er ins Nachbargehege kam, fiel der Stress Stück für Stück von ihr ab“, schildert Reviertierpflegerin Anni Fuchs. Die beiden Katzen beschnupperten sich, Kumar kriegte erst mal eine reingehauen, wie das bei Löwenliebespaaren Usus ist, aber dann: „An dem Tag, bevor Zarina rollig wurde, waren sie zum ersten Mal Nase an Nase“, berichtet Fuchs aus der Welt der Raubtierromantik, „das ist wie ein Kuss.“ Tags darauf dann zwei Küsse, und dann ... blendeten Hollywoodfilme früher dezent ab.

„Tiere erzählen Geschichten mit ihrem schieren Dasein und ihrer Kreatürlichkeit“, schwärmt Kulturstadträtin Hartwig. „We are family ist hier die Story.“ Jeder sehe, dass sich da zwei gefunden hätten und in die Familienplanung eingestiegen seien. Das neugestaltete Zuhause solle sie dabei unterstützen, und zwar „im gleichen look and feel“ wie die anderen neuen Zooteile, die ebenfalls von der Landschaftsarchitektin Ariane Röntz geplant wurden: das Ukumari-Land der Bären und die Pinguinanlage.

Etwa 2020 sollen die Arbeiten am Löwengehege beginnen. Zuvor muss der Magistrat das 1,3- Millionen-Euro-Projekt gutheißen. Die neugegründete Zoo-Stiftung hat 75 000 Euro für die Planung bereitgestellt, um weitere Spenden wirbt eine große Tafel vor dem Katzendschungel. Wenigstens die darf Trevor enthüllen, während drinnen Zarina und Kumar weiter an der Familienplanung arbeiten. Etwaige Erfolge werde man nach Weihnachten sehen, sagt Niekisch.

 

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Zoo Frankfurt

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