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Zoo Frankfurt Elvis ist tot

Die Frankfurter trauern um das berühmte Erdferkel aus dem Zoo – und freuen sich zugleich über die Geburt der nächsten Generation.

Elvis das Erdferkel
So kannten ihn seine Bewunderer: Elvis prägte das Bild des Erdferkels in der Öffentlichkeit wie sonst höchstens noch Elise.

Elvis lebt – viele, viele Jahre konnte man das mit Fug und Recht und mit steifen Ohren behaupten, fernab aller metaphysischen Theorien aus Memphis, Tennessee. Spätestens seit 1993, seinem Geburtsjahr, stand fest: Mag der King of Rock’n’Roll auch längst den Schlussakkord gehört haben – aber Elvis lebt. Er trat sogar regelmäßig im Fernsehen auf, wenn auch nicht mit dem gleichen Hüftschwung wie der Namensvetter. Denn Erdferkel können alles. Außer Hula-Hoop.

Als junges Ferkel kam Elvis 1997 über den großen Teich in den Frankfurter Zoo und eroberte die Herzen der Bevölkerung. Oft war es der rundliche Rüssler, der den Menschen erst klarmachte, dass die populäre Trickfilmfigur Elise mitnichten ein Ameisenbär war, sondern, jawohl, ebenfalls ein Erdferkel. Da staunten Generationen von Fernsehzuschauern.

Noch mehr, als Elvis schließlich selbst TV-Star wurde. In Zoo-Doku-Episoden tauchte er immer wieder mal auf, denn er wohnte nicht wie die anderen Tiere permanent in einer Schauanlage; er spazierte häufig hinter den Kulissen bei den Tierpflegen herum und fuhr mit großer Begeisterung im Lastenaufzug. Mitunter hieß es: „Wo ist eigentlich Elvis?“ – „Ach, der kommt mit dem Lift.“

Weil Elvis geduldig und den Menschen zugewandt war, arbeitete er nebenberuflich als „pädagogisches Erdferkel“, wie der Zoo am Donnerstag in liebevollen Zeilen erinnerte. Doch in letzter Zeit gab es Probleme mit der Gesundheit und Besuche in der Tierklinik wegen einer Zyste – mit seinen knapp 25 Jahren war Elvis ja kein junger Kerl mehr. Voriges Wochenende baute er dann total ab, jede Hilfe war vergebens. Das Landeslabor in Gießen soll nun die genaue Todesursache ermitteln.

Elvis hinterlässt vier Nachkommen in Deutschland, England und den Niederlanden. Die Trauer ist groß. Zoo-Sprecherin Christine Kurrle berichtet von vielen Kondolenzbotschaften: „Er war sehr beliebt“, sagt sie. Und sie hat auch eine tröstliche Nachricht: Am Dienstag, also ganz kurz nach dem Ableben des Papas, kam sein fünftes Ferkelchen auf die Welt. Der zehnjährigen Mama Ermine und dem Baby geht es gut, berichtet der Zoo. Noch ist das Geschlecht nicht ermittelt, und das Junge wird auch erst in einigen Wochen für Besucher zu sehen sein. Aber sein Name steht schon fest: Memphis. Da wurde der Papa geboren, und da soll jemand begraben liegen, der auch so hieß.

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