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Zoo Frankfurt Der Zoodirektor geht

Der scheidende Zoo-Direktor in Frankfurt, Manfred Niekisch, über glückliche Eisbären, seine zehn Frankfurter Jahre und die Frage, welches Tier sein Nachfolger werden könnte.

Prof. Dr. Manfred Niekisch
Jeder in seinem Element: Zoodirektor Manfred Niekisch und ein Seebär. Von Januar an haben sie nicht mehr beruflich miteinander zu tun, aber gewiss privat. Foto: Michael Schick

Señor Niekisch, que tal? 
Muy bien, gracias.

Sie haben ja eine starke Verbindung nach Argentinien. Fliegen Sie demnächst mal hin – jetzt, da genug Zeit ist?
Ja, ich habe eine Einladung des Vogelparks an den Iguaçu-Wasserfällen, der liegt allerdings auf der brasilianischen Seite. Die Kolleginnen dort haben mich gefragt, ob ich sie unterstütze bei einem Schutzprojekt. Das ist einer der schönsten Vogelparks der Welt, am besten zu erreichen, indem man über Buenos Aires fliegt. Das lässt sich also gut verbinden.

Grundsätzlich bleiben Sie hier in der Nähe?
Ich bleibe hier wohnen. Ich bin ja seit 1983 hier, ich habe hier sehr viele Freunde und Bekannte und fühle mich wohl. 

Und Sie können immer mal im Zoo vorbeischauen.
Auf jeden Fall. Mich interessiert brennend, wie es weitergeht, etwa mit der Pinguinanlage. Was ich nicht machen werde, ist meinem Nachfolger ins Geschäft zu reden. Er soll so frei agieren können, wie ich das konnte. 

Wenn Sie nicht mehr Zoodirektor sind, was wird Ihnen fehlen? 
Ganz platt gesagt: der Zoo. Mit diesem Abschied ist es ein bisschen wie mit Weihnachten – man weiß, es kommt, aber dann ist es plötzlich da und man hat gar nicht damit gerechnet. Ich denke, irgendwann ist es einfach Zeit für einen Wechsel. Ich freue mich auf mehr zeitliche Flexibilität. 

Können Sie sich umgekehrt vorstellen, dass auch einige der Tiere Sie vermissen werden?
Also, ich denke, unsere Krokodilmolche werden mich eher nicht vermissen. 

Warum nicht? Hatten Sie Streit mit den Molchen?
Nein, meine letzte Auseinandersetzung mit Amphibien liegt einige Zeit zurück. Aber Spaß beiseite – die fragen sicher nicht: Wo bleibt der denn? Ich bin aber sicher, dass der Heri, unser Bonobo-Mann, nach wie vor aggressiv reagiert, wenn er mich sieht, weil er zeigen will, dass er der Chef ist. Menschenaffen haben ein langes Gedächtnis. 

Angenommen, die Tiere dürften den neuen Zoodirektor aus ihren Reihen stellen: Wer hätte das Zeug dazu?
Ein Tier als Zoodirektor? Ich befürchte, dass Tiere zu wenig Empathie haben, zu wenig Verständnis für andere Tierarten. Ein Nashorn ist durchsetzungsstark, aber ob das gut wäre für die sensiblen Tiere in den Vogelhallen, das wage ich zu bezweifeln. Auch unsere Marabus würde wahrscheinlich kaum interessieren, wie viel Platz die Giraffen brauchen. 

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Zoo Frankfurt

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