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Zoo Frankfurt Aufbruch in die „Zookunft“

Der Frankfurter Tierpark feilt an einem Grundsatzkonzept zur Zooentwicklung in den nächsten 15 Jahren.

Löwennachwuchs im Frankfurter Zoo
In den kommenden fünf Jahren soll im Frankfurter Zoo zuvorderst mehr Platz für die Löwen geschaffen werden. Foto: Peter Jülich

Den Begriff kennen Frankfurter seit Jahren – seit 2011, um genau zu sein. Da prangten Transparente vor der Großbaustelle am Alfred-Brehm-Platz: „Damit’s in Zookunft noch schöner wird: Wir bauen um.“ Ein ganz neuer Eingangsbereich und eine neue Bärenanlage entstanden damals. Das ist längst Vergangenheit, eine neue Zookunft naht: die „Zookunft 2030+“. 

Am heutigen Dienstag setzen sich Fachleute zusammen, um alles genau auszuklamüsern, und im Mittelpunkt sitzt natürlich Zoodirektor Miguel Casares. „Wir werden größte Herausforderungen meistern und im wahrsten Sinne des Wortes Berge versetzen müssen, um den Zoo Frankfurt in die Zukunft zu führen“, sagt er. „Aber mein Team und ich sind mit viel Herzblut und Know-how bei der Sache.“ 

Unterstützung bekommen sie nun vom Madrider Planungsbüro The Logical Zoo – Zoo and Aquarium Design & Consultancy. Mitarbeiter nehmen den Frankfurter Tierpark seit Montag unter die Lupe. Die Firma hat  schon an großen Zoos etwa im andalusischen Fuengirola, in Turin und am Bioparc Valencia mitgearbeitet, den Casares persönlich als technischer Direktor konzipierte. 

In Frankfurt, das ist kein Geheimnis, setzt der Zoochef unter anderem auf sogenannte Vergesellschaftung verschiedener Tierarten, also gemeinsame Anlagen, auch um Platz auf dem begrenzten Terrain zu sparen. Wie das genau aussehen wird, soll nun der Workshop ergeben. Ziel ist eine Konzeptstudie, die im Frühjahr 2019 vorliegen soll, als Basis für einen Masterplan zur Entwicklung des Zoos in den nächsten 15 Jahren. Mit dem Magistrat sind Grundzüge schon vereinbart; für den ersten von drei Abschnitten hat die Stadtregierung im August ihre Zustimmung gegeben. In den kommenden fünf Jahren wird zuvorderst mehr Platz für Löwen und Giraffen entstehen – die aber weiterhin getrennt voneinander wohnen. Bereits weit fortgeschritten ist die neue Pinguinanlage; sie zählt noch zur vorigen Entwicklungsphase. Weitere „hoffnungslos veraltete Gehege“ müssen sukzessive ersetzt werden. 

Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) unterstützt die Pläne. „Ich freue mich, dass die Ideen des Zoos nun beginnen, Gestalt anzunehmen“, sagt die Stadträtin. Sie sei sicher, „dass wir hier zu einem schönen, zukunftsweisenden, aber auch realitätsnahen Ergebnis kommen werden“.

Dies aber, versichert Zoo-Kommunikationschefin Christine Kurrle, nicht isoliert: „Wir planen den Tierbestand stets mit anderen Zoos im Verbund“, und natürlich mit den jeweils für die Zuchtbücher zuständigen Stellen in Europa. Im Vordergrund steht nämlich heute ganz klar: der Erhalt der biologischen Vielfalt. Der Frankfurter Zoo soll als Zentrum für Natur- und Artenschutz mit überregionaler Wirkung weiterentwickelt werden. „Wir wissen, dass wir die Menschen begeistern müssen, um ein Bewusstsein für Tiere und die biologische Vielfalt in der Natur – immerhin die Lebensgrundlage auch für uns Menschen – zu schaffen“, betont Casares. „Faszination und Information werden daher die Leitlinien unserer Arbeit sein.“

Finanziert wird die Konzeptstudie aus Mitteln der KfW-Stiftung und der Stiftung Zoo Frankfurt. Fest steht dabei zweierlei: Der Zoo bleibt, wo er ist – und weitgehend auch, wie er ist. „Wir werden erkennbar bleiben“, verspricht Christine Kurrle. 

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